"Der Endspurt kommt!"
Seit 1994 ist Ilona König Stadtbürgermeisterin von Hermeskeil. Nun biegt die CDU-Politikerin auf die Zielgeraden und das letzte Jahr ihrer Amtszeit ein.
Hermeskeil. Im TV blickt König (59) zurück und sagt zugleich, was sie sich bis zum Sommer 2009 noch vorgenommen hat. Das Gespräch mit Ilona König führte TV-Redakteur Axel Munsteiner Frau König, Sie werden sich 2009 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Warum wollen sie nicht mehr als Stadtbürgermeisterin weitermachen?Ilona König: Das hat persönliche Gründe. In einer Stadt, die so groß ist wie Hermeskeil, kann man diese Tätigkeit eigentlich nicht nur nebenbei machen, sondern sie erfordert sehr viel Einsatz und Zeit. Nach 15 Jahren an vorderster Linie stößt man aber irgendwo an die Grenzen seiner Ideen. Deshalb denke ich, man sollte jetzt den Platz frei machen für Menschen mit neuen Ideen.Vor der Wahl 2004 sagten Sie im TV, dass "Sie es gerne einfacher gehabt hätten". Womit mussten sie denn besonders kämpfen?König: Die wirtschaftliche Seite war sicher das ganz große Problem. Man musste immer schauen, wie man mit dem Geld, das man zur Verfügung hat, über die Runden kommt. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir selbst unsere Pflichtaufgaben nur noch halbwegs erfüllen können. Deshalb muss sich in diesem Bereich unbedingt etwas ändern. Die Kommunen sind doch das letzte Glied in der Kette und müssen immer nur geben, geben, geben.Wenn Sie zurückblicken: Was waren die erfreulichsten Nachrichten beziehungsweise die schlimmsten Rückschläge, die Sie hinnehmen mussten?König: Immer wenn man, wie zum Beispiel beim Bau der Hochwaldhalle, ein Vorhaben durchsetzen konnte, um das man lange kämpfen musste, war das ein tolles Gefühl. Schlimm finde ich immer noch die Schließung der Kaserne. Sie war nicht nötig und keine militärische, sondern eine politische Entscheidung. "Auf der Zielgeraden wird nicht zurückgeschaltet!"
Ihre politischen Gegner prophezeien, dass sich im letzten Jahr ihrer Amtszeit in Hermeskeil nicht mehr viel bewegen wird. Was entgegnen Sie ihnen?König: Auf der Zielgeraden kann sich doch kein Läufer erlauben, einen Gang zurückzuschalten. Dann wird er überholt. Jetzt kommt also der Endspurt, und es liegen ja auch viele Dinge auf dem Tisch, die wir nach der Sommerpause anpacken müssen.Welche sind das?König: Ganz wichtige Projekte sind die Umgestaltung der Fußgängerzone und des Bahnhofsvorplatzes. Und worauf alle Hermeskeiler warten, ist natürlich der Bau des Feuerwehrmuseums am "Neuen Markt". Das sind drei Riesen-Vorhaben, die ich bis Sommer 2009 zwar möglicherweise nicht zu Ende bringen werde. Aber ich habe sie auf den Weg gebracht. Sie haben die Schließung der Kaserne schon erwähnt. Wie erfolgreich ist denn aus Sicht der Stadt die Arbeit des Zweckverbands Konversion?König: Dass es keine einfache Aufgabe sein würde, war allen klar. Natürlich kann man auf den großen Wurf warten und hoffen. Zunächst sollten wir aber froh sein, dass wir die kleinteilige Lösung mit Vermietungen an Gewerbebetriebe haben. Man sollte die Dinge also nicht zu negativ sehen. Das was möglich war, ist gemacht worden. Es ist aber sicher noch nicht genug.Hat Ihre Partei mit Bernd Mende den richtigen Nachfolgekandidaten gefunden?König: Davon bin ich überzeugt. Er bringt das Wichtigste mit, was ein Bürgermeister haben muss: Verwaltungskenntnisse und Zeit, sich dieser Aufgabe voll zu widmen.Und das ihr Haupt-Kritiker Udo Moser Sie beerbt, fürchten Sie nicht?König: Ich brauche niemanden zu fürchten.Was machen Sie in ihrem politischen Ruhestand, und wo verbringen Sie ihn? König: Ich werde zwar mit meinem Mann sicher viel unterwegs sein. Aber wir werden einen Wohnsitz in Hermeskeil behalten, weil hier auch die Kinder sind. Egal, wer es wird: Dem Nachfolger will ich nicht dazwischenfunken. Deshalb habe ich mir vorgenommen, Abstand zu halten und im ersten Jahr nicht bei allen Veranstaltungen präsent zu sein.