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Der Energiepakt ist geplatzt

Reinsfeld. Ein Patt kam bei der Abstimmung über die Zusammenarbeit von Reinsfeld und Hinzert-Pölert in Sachen gemeinsame Nutzung von Windenergie heraus und damit die Ablehnung. Die Pachteinnahmen aus zwei bis drei Windrädern sollten geteilt werden.

Reinsfeld. Die Idee des Reinsfelder Ortsbürgermeisters Rainer Spies, gemeinsam mit der Nachbargemeinde Hinzert-Pölert einen kleinen Windpark zu errichten, hat den Ortsgemeinderat nicht überzeugt. "Wir begegnen uns hier auf Augenhöhe", warb der Ortschef für seinen Plan. Zwei bis drei Windräder sollten zwischen der Autobahn A 1 und der Bundesstraße 52 stehen, ohne auf den Meter genau auf die Gemarkungsgrenzen zu achten.
Der Reinsfelder Ortsgemeinderat votierte in dieser Frage gespalten. Bei einem Abstimmungsergebnis von sieben Pro- zu sieben Kontrastimmen gilt das Vorhaben als abgelehnt. Die SPD, der auch Spies angehört, stimmte geschlossen dafür. Auch Klaus Wahlen von der CDU-Fraktion hob die Hand für die gemeinsamen Windräder. Das Patt kam dadurch zustande, dass Paul Port von der Offenen Wählerliste (OWL) seine Befangenheit erklärte und nicht an der Abstimmung teilnahm. "Ich bin seit kurzem Mitglied im Aufsichtsrat der Anstalt des öffentlichen Rechts im Landkreis", lautet seine Begründung. Mit dieser Rechtsform will der Landkreis Trier-Saarburg selbst Windräder betreiben. Ortschef Spies bedauert das Abstimmungsergebnis: "Da verschenken wir viel Geld." Der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Hinzert- Pölert, Peter Köhl, hätte gerne mit Reinsfeld zusammengearbeitet: "Das ist eine erstaunliche Entscheidung. Da machen 20 Meter diesseits oder jenseits der Gemarkungsgrenze 100 Prozent Einnahmen aus." Klare Worte gegen die Zusammenarbeit der beiden Kommunen in Sachen Windkraft spricht CDU-Mann Frank Eiden aus: "Wir haben den Bürgern und der Natur schon genug zugemutet." Mit dieser Idee würden Tür und Tor geöffnet, beispielsweise bei Landesforsten, viele weitere Windräder aufzustellen. Jetzt hat Hinzert-Pölert alleine freie Fahrt für neue Windräder. doth
Extra

Neun Windräder stehen bereits auf dem Gebiet von Reinsfeld. Die Pacht teilt sich die Ortsgemeinde mit den privaten Betreibern. Im Jahr kommen so rund 100 000 Euro in die Ortskasse. Weitere Einnahmen erhofft sich Reinsfeld aus der Beteiligung am geplanten Windpark Hochwald, der bis zu 16 Windräder groß werden soll. doth