Der Fahrplan steht

Die Empfehlungen des Gesundheitsamts Trier lagen auf dem Tisch, und der Verbandsgemeinderat Hermeskeil folgte dem vorgeschlagenen Weg: Das Schulträger-Gremium einigte sich am Mittwochabend einstimmig auf die Umsetzung des Zwölf-Punkte-Maßnahmenpakets, mit dem dem PCB-Schadstoffproblem an der Erich-Kästner-Realschule wirksam begegnet werden soll.

Hermeskeil. Über den Kurs, was jetzt zu tun ist, wurde im Rat nicht mehr groß diskutiert. Es herrschte Konsens darüber, dass die VG den Weg einschlagen sollte, den ihr das Gesundheitsamt empfohlen hatte. Mit einem Zwölf-Punkte-Plan soll das PCB-Schadstoffproblem an der Realschule bekämpft werden. Der Fahrplan stand also und wurde vom VG-Rat auch einstimmig akzeptiert: Unter anderem sind Luftmessungen in allen Räumen, der Austausch aller Fenster und Blutwert-Untersuchungen beim kompletten Lehrerkollegium vorgesehen.

Der VG-Rat bezog jedoch ausdrücklich auch die ebenfalls zum Schulzentrum gehörende Hauptschule in das Maßnahmen-Paket ein. Um die Sanierungsarbeiten zu finanzieren - allein der Austausch der Fenster kostet zwei Millionen Euro - soll eine Förderung aus dem Konjunkturpaket II des Bundes geprüft werden. Außerdem soll ein Sanierungsausschuss eingerichtet werden. So weit zu den Ergebnissen. Offen bleibt hingegen, ob auch die Blutwerte aller Schüler untersucht werden.

Diese Frage wird erst dann geprüft, wenn das Ergebnis des Medizin-Checks der Lehrer vorliegt. "Die Schüleruntersuchung ist weiter eine zentrale Forderung von uns", sagte Elternsprecherin Ulla Kolling dem TV. Dass der Rat grünes Licht für das Zwölf-Punkte-Paket gegeben habe, sei ansonsten aber eine "gute Sache". Nach Auffassung von Rektor Hans-Joachim Gärtner "bleiben zwar viele Fragen über die Vorgehensweise in der Vergangenheit noch offen. Ich bin aber froh darüber, dass endlich Einsicht und Wille da sind, im Schulzentrum einen Sanierungszielwert von unter 300 Nanogramm zu erreichen." Diese Marke hatte Michael Hülpes (CDU) zuvor ausdrücklich genannt. In der Debatte des VG-Rats lieferte vor allem der Blick zurück Anlass zur Kritik am Bürgermeister. Der gewichtigste Vorwurf aus den Reihen der SPD oder von Paul Port (BFB) lautete, dass Hülpes selbst den VG-Rat nur unzureichend über die an der Realschule aufgetretenen Probleme in Kenntnis gesetzt hatte.

Ursula Stimmler (SPD) sprach von "nur scheibchenweiser Information". Hülpes verteidigte sich zwar damit, dass er die Sanierungsschritte als "Geschäft der laufenden Verwaltung" begriffen und "unverzüglich und sachgerecht entsprechend den gültigen PCB-Richtlinien" gehandelt habe. Aber auch Gärtner bemerkte im Anschluss an die Sitzung: "All das, was jetzt im Rat diskutiert und beschlossen wurde, hätte man bereits vor Monaten erreicht haben können - viel ruhiger und unter adäquater Einbeziehung und Information insbesondere der Eltern."

Meinung

Aufklärung tut not

Die gute Nachricht vorab: Mit dem Versprechen, dem Schadstoffproblem am Schulzentrum mit einem gezielten Programm entgegen zu treten, ist die VG als Schulträger auf dem richtigen Weg. Eltern, Lehrer und Schüler sind nicht umsonst auf die Straße gegangen. Ihr Protest hat Wirkung gezeigt. Jetzt wird gehandelt. Eins ist aber auch klar: Bei den nun folgenden Schritten muss der Bürgermeister nicht nur seine Kommunikation mit dem Rat verbessern. Auch die Betroffenen in der Schulgemeinschaft und die Öffentlichkeit erwarten - gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Blutuntersuchungen - fortan von Hülpes mehr Aufklärung über das weitere Vorgehen und vor allem umfassendere Information. Dass dazu ein Sanierungsausschuss eingerichtet wird, in dem Vertreter aller Ratsfraktionen, besonders aber auch Eltern, Schulleitung und ein externer Sachverständiger sitzen, ist dafür schon mal ein guter Ansatz. a.munsteiner@volksfreund.de