Der Fluss macht Pause

KANZEM. Freie Fahrt gibt es für die Schiffe auf der Saar vermutlich erst wieder ab dem 14. Juni. Bis dahin wird dort, wo sich normalerweise Schiffe durch die große Schleuse in Kanzem bewegen, rund um die Uhr gearbeitet.

Zwei große gelbe Kräne ragen bei Kanzem in den blauen Sommerhimmel. Sie hieven die rund 40 Tonnen schweren Einzelteile der Flügel der großen Schleuse in die Luft. Dort tauschen die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Saarbrücken das komplette Untertor der Schleuse aus. Starke Kräfte, hoher Verschleiß

Seit 1987 sind die Tore der 190 Meter langen Schleuse in Kanzem in Betrieb. Mit einer Hubhöhe von 11,75 Metern ist sie nach der in Serrig die zweitgrößte Schleuse an der Saar. Wegen des hohen Materialverschleißes durch die starken Kräfte, die auf die Flügel der Schleusentore einwirken, müssen sie nun ausgebaut und gegen Ersatztore ausgetauscht werden. Deshalb ist die Saar bis zum 14. Juni nicht durchgehend befahrbar. Zunächst haben die Mitarbeiter des gemeinsamen Bauhofs der des Wasser- und Schifffahrtsämter Saarbrücken und Trier mit dem Außenbezirk Saarburg die Trockenkammer der Schleuse komplett trocken gelegt, erklärt Manfred Wenzel, Bauleiter beim WSA. Rund 36 000 Kubikmeter Wasser haben sie aus den Kammern gepumpt. Alte Tore werden aufgearbeitet

Die in "mehreren Schüssen" (Teilen) zusammengeschraubten Torflügel wurden in den vergangenen Tagen getrennt, ausgebaut und mit schweren Kränen herausgehoben. Die Ersatztore werden anschließen verschraubt und eingebaut. Die ausgebauten Tore landeten anschließend nicht auf dem Müll, sondern wurden nach Trier gebracht, wo sie wieder zu Ersatztoren hergerichtet werden. Tag und Nacht sind die Mitarbeiter des WSA, das sich als Dienstleister für die Nutzer der Wasserstraßen Saar und Mosel versteht, vor Ort im Einsatz. Denn möglichst schnell möchten sie die Saar wieder schiffbar machen. "Wir liegen gut in der Zeit", vermeldete Manfred Wenzel, der sich optimistisch zeigte, dass die Schifffahrts-Sperre nach acht Arbeitstagen wieder aufgehoben werden kann.