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Gusenburger Rat beschließt Haushalt 2020: Der Fokus liegt auf Straßen und Bauland

Gusenburger Rat beschließt Haushalt 2020 : Der Fokus liegt auf Straßen und Bauland

Die Gemeinde Gusenburg will 2020 einiges investieren, unter anderem in ein neues Baugebiet. In der jüngsten Ratssitzung ist sie bei dem Projekt einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Das Land empfiehlt den Gemeinden derzeit wegen der Corona-Pandemie, Ratssitzungen auf das Nötigste zu beschränken. In Gusenburg standen nun zwei wichtige Themen auf der Agenda: die Planung für ein neues Baugebiet und die Verabschiedung des Haushalts 2020, der das Anpacken neuer Projekte überhaupt erst möglich macht. Und so lud Ortschef Siegfried Joram die 16 Ratsmitglieder in die geräumige Grenderichhalle ein. Dort ließen sich zwischen Lokalpolitikern, Mitarbeitern der Verwaltung, Planern und Zuhörern die gebotenen Abstände zum Infektionsschutz problemlos einhalten.

Haushalt 2020 Mit einer Investitionssumme von insgesamt rund 903 000 Euro hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen. Die Details erläuterte Kai Rosar von der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Ein „großer Batzen“ (250 000 Euro) soll dem Erwerb privater Grundstücke dienen, aus denen neues Bauland werden soll. Für die Planung des Baugebiets, mit der sich der Rat später in der Sitzung befasste, sind 20 000 Euro vorgesehen.

Ein weiterer großer Investitionsposten ist der Straßenausbau. In der Straße Zum Steilen (433 000 Euro) haben die Arbeiten bereits begonnen. Für die Planung des Bereichs Alwies/Bierfelder Straße sind 35 000 Euro kalkuliert. Für 25 000 Euro soll ein Generationenpark in der Schulstraße geplant werden. Rund 22 000 Euro sind für den Friedhof bestimmt, der langfristig komplett umgestaltet werden soll.

Um das alles und noch viele kleinere Projekte umzusetzen, braucht die Gemeinde Kredite in Höhe von 541 000 Euro. Wie Kai Rosar erläuterte, reichen zudem die Einnahmen im laufenden Geschäft nicht aus, um fällige Tilgungsraten zu begleichen. Dafür müsse die Gemeinde zusätzlich Liquiditätskredite aufnehmen. Das Resultat: Ihre Schulden wachsen bis Ende 2020 insgesamt auf etwa zwei Millionen Euro an (1852 Euro pro Einwohner). Der Rat beschloss den Haushalt einstimmig ohne Änderungen.

Neubaugebiet Im November hatte das Gremium entschieden, im Bereich Moosbruch/Hinter der Anwand ein neues Baugebiet zu schaffen. Planer Thomas Lang vom Büro BKS in Trier stellte nun zwei Erschließungsvarianten vor. Der wesentliche Unterschied war, dass bei der kleineren Variante auf die Grundstücke in der Nähe zum Ortseingang Richtung Hermeskeil und zur L 147 verzichtet würde. Damit wären nur 28 statt 36 Bauplätze realisierbar. Auf die Wirtschaftlichkeit der Erschließung habe dies jedoch nur geringe Auswirkungen, sagte Lang: „Von daher können Sie mit gutem Gewissen auch die größere Variante wählen.“

Der Rat entschied sich mehrheitlich für das größere Gebiet. Zu den Grundstücken nahe der L147 erklärte der Planer, diese hätten weniger Tiefe, weil im angrenzenden Bereich Flächen ausgespart bleiben müssten. Deren Eigentümer wollten ihr Land nicht an die Gemeinde verkaufen. Um diesen „Nachteil“ für die Bauherren auszugleichen, habe die Gemeinde die Option, diese Parzellen etwas günstiger anzubieten.

Bei den Erschließungskosten pro Quadratmeter Bauland könne man bei etwa 98,90 Euro landen, sagte Lang. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings eine „grobe Schätzung, in der noch viele Unwägbarkeiten stecken“.

Ortschef Joram freute sich über die Einigung zur Baugebietsplanung: „Jetzt wissen wir, was wir wollen. Nun geht’s ans Eingemachte.“ Als nächstes werden Fachbehörden nach möglichen Einwänden gefragt. Zudem folgt noch ein Bodengutachten. Damit soll geklärt werden, ob möglicherweise ein zu feuchter Untergrund Bauherren Probleme bereiten könnte.