Der Friede hat ein Ende

WAWERN. Die Harmonie hatte bei der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Wawern schnell ein Ende, als es um die Vorstellung der Planung zum Endausbau der Straßen im Neubaugebiet "Krieschhag" ging. Franz Zebe, Fraktionsvorsitzender der SPD, warf der CDU-Fraktion vor, seiner Partei Informationen zur Planung vorenthalten zu haben.

"Ein Punkt, den wir jetzt schon jahrelang vor uns her schieben, soll jetzt endlich umgesetzt werden", erklärte der Ortsbürgermeister Hans Greis (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Wawerner Ortsgemeinderats. Er ließ den aktuellen Plan zum Endausbau der Straßen im Neubaugebiet "Krieschhag" an die Wand hängen und berichtete, dass die Straßen auf Anfrage der Bürger bald ausgebaut werden sollen. Die Planung müsse genau überdacht werden, damit nach dem Ausbau keine Schwierigkeiten entstünden - beispielsweise mit dem Oberflächenwasser. Dieses Thema interessierte auch die zehn Zuhörer, die teilweise Fotos mitgebracht hatten, um den jetzigen Sachstand zu dokumentieren. Dann meldete sich Franz Zebe, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion und ehemaliger Ortschef, zu Wort: "Ich spreche für die ganze SPD-Fraktion. Wir haben dazu überhaupt keine Informationen bekommen." Und weiter: "Es kann doch nicht sein, dass die CDU bei einer Fraktionssitzung beschließt, was passieren soll. Wir sind doch kein Stimmvieh", schimpfte Zebe. Seine Fraktion vertrete 48 Prozent der Bevölkerung. Sie müsse informiert und in Entscheidungen eingebunden werden, forderte er. Sofort kamen aus den Reihen der CDU Gegenstimmen: Sie hätten die gleichen Vorlagen gehabt, der Plan habe ihnen ebenso wenig vorgelegen. Erwin Gotto von der VG-Verwaltung versuchte zu beschwichtigen: Es sei wichtig, die Probleme der Planung aufzuzeigen, um sie anschließend im Bauausschuss detailliert zu beraten. Um mehr gehe es bei dem Tagesordnungspunkt erst einmal nicht. Thomas Fritzen (CDU) äußerte den Verdacht, der Endausbau solle in die Länge gezogen werden, damit sich ein Privatinvestor daranhängen könne, der in der Nähe der Ringstraße Bauland ausweisen wolle. Nach einer ersten Anfrage des Investors habe man gesagt, man wolle mit den Ausbau der Straße warten, bis entschieden sei, was dort passieren soll, erklärte Greis. Man wolle die Straßen nicht noch einmal aufreißen. Auf Nachhaken Zebes erklärte Greis, dass der Investor im Falle der Erschließung selbst für deren Kosten aufkommen müsse. Der Endausbau der Straße im Neubaugebiet habe direkt nichts mit den Planungen des Privatinvestors zu tun. Auf Wunsch der Anwohner und der VG-Verwaltung wolle man die Planung nun forcieren. Ein weiteres Thema bei der Ratssitzung war die Sanierung des Hauptwegs auf dem Wawerner Friedhof. Bei dem mehr als 50 000 Euro teuren Projekt, das mit rund 24 000 Euro aus dem Investitionsstock des Landes bezuschusst wird, werden der Treppenaufgang saniert sowie die terrassenartig angelegten Mauern. Planer Stefan Wittek stellte zwei Möglichkeiten vor, diese neu abzudecken: mit Natursteinplatten oder rund 1800 Euro günstigeren Betonplatten. Der Rat votierte bei zwei Gegenstimmen für die günstigere Variante. Starten sollen die Bauarbeiten nach Zustimmung der Kommunalaufsicht vermutlich im Oktober.