Der Hochwald profitiert von Geld aus Brüssel

Der Hochwald profitiert von Geld aus Brüssel

Das Café Heimat in Morbach und die Erlebnisstation am Hermeskeiler Bahnhof sind die zwei größten Projekte in der Region, für die es eine Finanzspritze aus Brüssel gibt. Das Geld wird aus einem Fördertopf mit 1,6 Millionen Euro genommen, den die Europäische Union (EU) der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf zur Verfügung gestellt hat.

Pluwig/Farschweiler/Hermeskeil. Mit dem sogenannten Leader-Programm will die EU die Entwicklung im ländlichen Raum fördern. Die LAG Erbeskopf ist eine von zwölf Aktionsgruppen im Land Rheinland-Pfalz, die davon profitiert. Für sie steht ein Zuschusstopf bereit, der insgesamt 1,6 Millionen Euro enthält (siehe Extra).

Bisherige Projekte:
Bis dato wurden zehn Vorhaben in der Region mit europäischem Geld verwirklicht. Dazu zählt unter anderem r der Hochseilgarten am Erbeskopf. Beim eher bescheidenen Interesse in der Vergangenheit habe vor allem "das Problem der Ko-Finanzierung" eine wichtige Rolle gespielt, sagt der LAG-Vorsitzende Michael Hülpes. Der Hermeskeiler Bürgermeister betont aber zugleich: "Wir haben inzwischen mehr Projekte in Bearbeitung als früher."

Kommende Projekte:
Laut Werner Haubrich, Leiter der LAG-Geschäftsstelle, liegt für mehrere Vorhaben die Bewilligung von Zuschüssen entweder schon vor oder sie wird bald erwartet. "Dafür würden wir dann weitere 500 000 Euro an Fördermitteln in Anspruch nehmen", so Haubrich.
Konkret fließt Brüsseler Geld für folgende Vorhaben:
In Pluwig (Verbandsgemeinde Ruwer) wird die Freilichtbühne der Karl-May-Freunde behindertengerecht umgebaut.
In Farschweiler (VG Ruwer) soll in der Nähe der Grundschule für 45 000 Euro ein Mehrgenerationenplatz mit Spielgeräten für Kinder und Fitnessgeräten für Erwachsene entstehen.
Die Dachorganisation Hunsrück-Touristik will mit professionellen Fotos für einen Urlaub in der Region werben. Die Aufnahmen können später von den örtlichen Tourist-Informationen für ihre Broschüren benutzt werden. Die Lokale Aktionsgruppe Erbeskopf und die benachbarte LAG Hunsrück machen dieses Projekt gemeinsam.
In Hermeskeil soll auf dem Bahnhofsvorplatz eine 600 Quadratmeter große Fläche in eine sogenannte Erlebnisstation umgewandelt werden. Geplant sind unter anderem ein Pavillon, Wassertretbecken, Spielplatz und Kletterwand. Dafür investiert die Stadt insgesamt 390 000 Euro. Gebaut wird wahrscheinlich 2012.
In Morbach wird das Geburtshaus des bekannten Filmemachers Edgar Reitz saniert. Im Inneren ist die Einrichtung des "Café Heimat" geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 190 000 Euro. Ralf Becker von der Morbacher Verwaltung rechnet noch in diesem Jahr mit dem Beginn der Arbeiten und einer Fertigstellung "in der zweiten Jahreshälfte 2012".
In Rascheid (VG Hermeskeil) plant die Gemeinde, ein leerstehendes Haus im Ortskern zu sanieren und daraus eine Dorfscheune zu machen. Sie soll unter anderem als Bauhof und als Platz für ein Bürgerbüro dienen. Die genauen Kosten sind zurzeit noch offen.

Projekte in Prüfung:
Der LAG-Geschäftsstelle liegen derzeit mehrere Anträge von Privatleuten vor. Es muss nun geprüft werden, ob eine Förderung möglich ist.
Am Erbeskopf wollen Investoren ein neues Basisgebäude mit Restaurant und Skiverleih errichten.
In Mandern (VG Kell) soll in einem leerstehenden Haus ein Dorfladen eingerichtet werden. In Hermeskeil ist die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten angedacht. ax
Die LAG Erbeskopf wurde Anfang des Jahres 2008 gegründet. Mitglieder sind die Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil, Kell, Thalfang, Birkenfeld und Herrstein, die Einheitsgemeinde Morbach, Teile der VG Ruwer und Bernkastel-Kues sowie fünf Stadtteile von Idar-Oberstein. Im Aktionsgebiet mit seinen 129 Ortsgemeinden wohnen insgesamt ungefähr 100 000 Menschen. Gemeinden, Vereine, aber auch Privatleute aus diesem Gebiet können bei der Geschäftstelle im Hermeskeiler Rathaus ihre Projektideen vorstellen. Passen diese zu den vier vorher formulierten Handlungsfeldern der LAG (Tourismus und Freizeit, Dorfentwicklung, Energie und regionale Produkte) ist ein Zuschuss möglich. Allerdings werden die Vorhaben in der Regel nur mit einer Quote von 50 Prozent gefördert. Die andere Hälfte der Kosten muss der Antragsteller selbst stemmen. ax

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