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Der hohe Preis des frühen Winters

Der hohe Preis des frühen Winters

Die starken Schneefälle und tiefen Temperaturen im Dezember haben nicht nur für Chaos auf den Straßen gesorgt. Auch die kommunalen Haushalte wird dieser Winter stärker als gewöhnlich belasten.

Konz/Trier. So salzig die Straßen in Konz im Dezember auch waren, so gesalzen wird auch die Abrechnung werden, die die Kommunen am Ende dieses Winters ewarten. Bereits am Weihnachtswochenende haben die Fahrer der beiden Räumfahrzeuge in der Verbandsgemeinde (VG) so viel Salz auf den Straßen verstreut wie im gesamten Winter 2009/2010. Das teilte die Verbandsgemeindeverwaltung auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds mit. Dabei kam es vor allem im Höhenstadtteil Roscheid zu spiegelglatten Fahrbahnen.

Auch wenn sich die Wetterlage in den vergangenen Tagen weitestgehend entspannt hat, bleibt in Konz das Streusalz knapp. Der Winterdienst läuft zurzeit nur eingeschränkt. Und Alternativen zum Salz gebe es nicht wirklich, teilt die Verbandsgemeinde mit. Materialien wie Sand oder Splitt seien kaum im trockenen Zustand zu erhalten. Außerdem sei der Einsatz dieser Materialien nur bei Schnee denkbar. "Auf Eisschichten sind Sand und Splitt wirkungslos."

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier hingegen befürchtet keine katastrophalen Engpässe bei der Streusalzversorgung für die Straßen außerhalb der Ortschaften. Zuständig für den Winterdienst im LBM-Bereich Trier sind die Straßenmeistereien Trier, Hermeskeil und Wittlich mit ihren Außenstellen. Sie verfügten noch über mehrere Tausend Tonnen Streusalz. Erst in der vergangnen Woche seien weitere 700 Tonnen angeliefert worden.

"Diese Salzbeschaffung wird im LBM Rheinland-Pfalz zentral gesteuert, und wir bekommen regelmäßig Nachlieferungen", sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Dienststellenleiter des LBM Trier.

Keine Sorgen um den Salznachschub macht sich die Autobahnmeisterei Schweich. Dort sind die Vorratslager noch gut gefüllt.

Abgeben von seinen Salzvorräten kann der LBM nichts. Denn das Salz reicht zwar, um Autobahnen sowie Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften freizuhalten. Doch um die Kommunen mitzuversorgen, reiche es nicht, sagt Achim Lutz von der VG Konz.

Ein weitere Frage des TV an den LBM betraf mögliche Straßenschäden, die ein früher Wintereinbruch wie im Dezember verursachen könnte. Die Experten vom LBM Trier halten diese Frage jedoch für verfrüht. Bartnick: "Großflächige Schäden können erst einige Wochen nach dem Ende des Winters festgestellt werden. Dieser hat aber gerade erst angefangen."

Grundsätzlich gilt: Schäden könnten erst auftreten, wenn der Frost aus dem Boden gewichen sei und die betreffende Fahrbahn zudem ungleichmäßigen, schweren Lasten ausgesetzt werde. Derzeit sei der Frost noch überwiegend im Boden.

"Lange Frostperioden sind für die Straßen weniger schädlich als häufige Wechsel von kalten und milderen Witterungsverhältnissen", sagt Bartnick.

Bei frostsicherem Ausbau gemäß der heutigen Richtlinien sollten tiefe Temperaturen sowieso keinen negativen Einfluss auf den Straßenzustand haben. Dies gelte für alle Straßen, die in den vergangenen 30 bis 35 Jahren ausgebaut worden seien.

Allenfalls bei rissigen Oberflächen oder bestehenden maroden Asphaltflicken können sich kleinere Asphaltflächen lösen. Bartnick: "Hiervon sind alle Straßentypen mehr oder weniger betroffen - von schwach belasteten Kreisstraßen bis hin zur B 51." Die Löcher würden schnellstmöglich mit sogenanntem Kaltmischgut gefüllt, vergleichbar mit Füllungen beim Zahnarzt.

"Was solche akuten Schäden auf den Kreisstraßen angeht, verlassen wir uns ganz auf den Landesbetrieb Mobilität", sagt Martina Bosch, Sprecherin des Landkreises Trier-Saarburg. Zwar würde die Kreisverwaltung nach dem Winter eine Bestandsaufnahme aller Schäden machen, denn viele Straßen seien immer noch mit Schnee bedeckt. "Doch um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, muss man sich um schwerwiegende Schäden sofort kümmern", so Bosch.