"Der Kindergarten war mein großes Hobby"
Mandern · Auf 38 Jahre Dienst im Kindergarten Mandern kann Anita Adam zurückblicken, 33 Jahre davon hatte sie die Leitung der Einrichtung inne. Am 1. August geht sie mit 63 Jahren in den Ruhestand.
Mandern. Es falle ihr nicht leicht, den Kindergarten zu verlassen, in dem sie mehr Zeit verbracht habe als zu Hause, sagt Anita Adam mit Wehmut. Sie habe ihr Hobby damals zum Beruf gemacht und ihre Berufswahl keinen Moment bereut.Adam erinnert sich: "Am 1. September 1974 habe ich im Kindergarten Mandern meinen Dienst angetreten. In einem neuen modernen Gebäude wartete eine neue Aufgabe, auf die ich mich mit meinen Kolleginnen sehr gefreut habe."Die erste große Aufgabe habe darin gelegen, das Gebäude einzurichten. "Erst einmal mussten wir das ganze Spielzeug, das in Kartons angeliefert wurde, im Kindergarten verteilen."Theresia Schwaller aus Zerf war die erste Leiterin mit insgesamt fünf Mitarbeitern und 75 Kindern. "Bis sich alles eingespielt hatte, das dauerte schon seine Zeit." Nach fünf Jahren heiratete Theresia Schwaller, und Anita Adam übernahm die Leitung der Einrichtung.Menschen ganz nah
"Obwohl es damals noch keinen PC gab, war alles noch einfacher als heute", erinnert sich die gebürtige 63-jährige Mandernerin, die insgesamt 45 Dienstjahre vorweisen kann.Ihr Werdegang begann mit einer Haushaltslehre. Nach einer anschließenden Fachschule machte Adam ein Praktikum im Krankenhaus in Hermeskeil, wo sie danach noch zwei Jahre blieb. Es folgte eine Weiterbildung zur Erzieherin. "Dann bin ich hier im Kindergarten Mandern gelandet und kann sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe."Dankbar zeigt sich Adam gegenüber der Bevölkerung, der Grundschule, dem Förderverein und den Vereinen. "Unterstützt wurden wir schon immer sehr gut. Die Leute damals waren so froh, dass es endlich einen Kindergarten gab. Sie halfen uns in jeder Beziehung und tun dies heute noch."Die pädagogische Arbeit habe sich ständig weiterentwickelt. "Wir machten damals Ausflüge, an denen die Eltern teilnahmen. Das ist heute nicht mehr möglich, weil kaum noch Zeit dafür da ist."Der Kindergarten habe bereits in den Anfängen in vielerlei Hinsicht Vorteile für die Kinder gebracht. "Das Sozialverhalten verbesserte sich, Freundschaften bildeten sich, und vor allem wurde Hochdeutsch gesprochen, eine Voraussetzung für den späteren Besuch der Grundschule." Immer sei sie bestrebt gewesen, die Eltern bei Entscheidungen mit ins Boot zu nehmen.Heute hat Adam sieben Mitarbeiterinnen, die mehr als 50 Kinder betreuen. "Wegen der Zweijährigen haben wir einen anderen Personalschlüssel, sie brauchen intensivere Betreuung. Die Kinder müssen gerne kommen, sie sollen Geborgenheit und Liebe erfahren."Am 1. August geht Adam in den Ruhestand. Sie habe noch keine Zeit gehabt, viel für den kommenden Lebensabschnitt zu planen. "Der Kindergarten war ja mein großes Hobby", betont Adam. Bereits am 24. Juli findet ihre offizielle Verabschiedung statt, beginnend mit einer heiligen Messe und anschließender Feier im Kindergarten.Ihre Nachfolgerin steht bereits fest: Pia Trabach aus Schwarzenbach im Saarland. hm