Der Notenschlüssel zum Erfolg

SAARBURG/WÜRZBURG. (api) Die Kunst bestimmt sein Leben. Ein Leben, das erst 26 Jahre alt ist. Zuletzt wurde dem jungen Komponisten Alexander Muno ein hoch dotierter Förderpreis verliehen.

Er ist erfolgreich, aber nicht arrogant. Er ist jung, aber selten albern. Und: Er ist auf dem Weg, einer der großen Komponisten zu werden. Alexander Muno ist gerade mal 26 Jahre alt und hat dank seiner künstlerischen Fähigkeiten Mitte Mai den mit 30 000 Euro dotierten Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung erhalten, den "Oscar" der ernsten Musik. Ihn bekommen Künstler, "die sich insbesondere um die zeitgenössische Musik verdient gemacht haben und wichtige künstlerische Aufbauarbeit leisten", erklärt die Stiftung. Das Werkverzeichnis Munos enthält bereits unzählig viele Stücke. Vor zehn Jahren habe er aufgehört zu zählen, sagt der Musiker selbst. Dabei dürften die ersten Werke ganz besondere Kompositionen sein. Denn bereits mit sechs Jahren setzte Muno die ersten Töne in Beziehung zueinander. "Später kamen dann eine zweite Stimme und Akkorde dazu", erinnert sich der junge Mann. "Doch, ich habe früher auch Raumschiff Enterprise geguckt und es hat nicht geschadet", sagt Muno und lacht. Dennoch: Schnell wusste er auf manchem Gebiet mehr als seine Musiklehrer. Bis zu seinem 17. Lebensjahr war Muno Autodidakt, bevor er Kompositionsunterricht zuerst bei Tobias PM Schneid und dann bei Theo Brandmüller nahm. Seine Eltern hätten ihn von Anfang an unterstützt und seinen Berufswunsch "mit Fassung getragen", erzählt der junge Mann. Seit 2000 studiert Muno an der Würzburger Hochschule für Musik in der Klasse von Heinz Winbeck. "Viele Werke Munos zeigen einen latenten Hang zum Dramatischen. Das Bildhafte, Szenenhafte zahlreicher Arbeiten ist unübersehbar", heißt es seitens der Musikstiftung. Und Muno selbst bestätigt: "Ich habe viel von James Joyce gelernt." Generell verbinde er gerne die Literatur mit seinen Kompositionen. Momentan dient Henrik Ibsens Schauspiel "Frau am Meer" als Vorlage für seine Oper "Vom Meer", die er für ein großes Orchester schreibt. Auch in Sachen Musik setzt Muno seine eigenen Maßstäbe. "Ich habe mich noch nie für die Musik im Radio interessiert", sagt er. "Ich lege mir da lieber eine CD ein." In seinem Regal befinden sich Platten mit Auszügen der gesamten Musikgeschichte. Darunter auch Zusammenstellungen seiner Vorbilder. So bewundert er die Werke von Claude Debussy, Anton Bruckner und Alban Berg. "Salvatore Sciarrino gehört ebenfalls dazu. Auch wenn er eine ganz andere Musik schreibt als ich." Im Moment ist Muno noch damit beschäftigt, die neue Popularität zu verarbeiten. "Dieser Preis kam für mich sehr überraschend", sagt der Komponist. Anders dagegen seine Mutter Marie-Luise Muno: "Er ist sehr fleißig und hat sich diesen Preis hart erarbeitet." Dennoch bleibe er auf dem Boden. "Wenn er in Saarburg ist, dann setzt er sich manchmal an die Orgel und hilft aus", erzählt die Mutter. Doch demnächst steht ein neues Projekt an: Im Winter 2006/2007 besucht er mit einem Arbeitsstipendium die "Cité Internationale des Arts" in Paris.

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