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Der Ortsgemeinderat Tawern hat über sein Bildungs- und Betreuungsangebot diskutiert.

Gemeinde : Ganztagsschule ja! Aber wie?

Der Ortsgemeinderat Tawern hat über sein Bildungs- und Betreuungsangebot diskutiert, wofür das alte Amtshaus einem multifunktionalen Gebäude weichen müsste. Einige Eltern sind sehr skeptisch gegenüber den Plänen für ihre Kinder.

Der Träger aller Grundschulen rund um Konz ist die Verbandsgemeinde Konz. Sie versucht, in allen Orten ein Ganztagsangebot bereitzustellen. Zurzeit sind dort fünf von acht eigenständigen Grundschulen Ganztagsschulen. So wolle sie dem wachsenden Bedarf von berufstätigen Eltern gerecht werden, argumentiert die Verwaltung. Schüler profitierten durch eine bessere individuelle Förderung. Mit diesen Argumenten will die VG mittelfristig auch die Grundschule in Tawern zur Ganztagsschule machen (der TV berichtete).

Der hauptamtliche Beigeordnete der VG Konz, Guido Wacht, hat bei der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Tawern erklärt, wie die Ganztagsschule vor Ort umgesetzt werden könnte. Eine Voraussetzung ist die Erweiterung des Raumangebots der Schule in Tawern. Deshalb ist das marode Amtsgebäude gegenüber der Grundschule ins Blickfeld gerückt. „Die Baulandentwicklung und damit der Zuwachs an Bürgern mit Kindern bringt sowohl die Kita als auch die Grundschule an ihre Kapazitätsgrenze“, stellt Wacht fest.

Da Tawern den Status einer Schwerpunktgemeinde in der Dorfentwicklung habe, sehe er gute Chancen, Landesmittel in die Weiterentwicklung des Schulstandortes investieren zu können, sagt Wacht. Geld wird unter anderem für den Abriss des maroden Amtsgebäudes gebraucht. Damit würden 350 Quadratmeter frei, auf denen neue, bedarfsgerechte Schul-, Kita- und Gemeinderäume gebaut werden könnten, so der Plan. Um ihn umzusetzen, soll eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden.

„Das Thema Ganztagsschule wird seit Jahren diskutiert und das alte Amtsgebäude ist sowieso nur ein Klotz am Bein, das unnötig Geld kostet“, sagt Ortsbürgermeister Thomas Müller. Das kleine Gemeindebüro sowie der Jugendraum, die zurzeit im alten Amtshaus sind, sollen laut Müller Platz in dem zu bauenden, neuen Gebäude bekommen. Das sei kein Luxus für eine Gemeinde mit 3000 Einwohnern. Die Ortsgemeinde soll darüber hinaus Eigentümerin des Grundstückes bleiben. Der neuen Nutzung hat der Ortsgemeinderat grundsätzlich einstimmig zugestimmt. Janka Kuß (CDU) regt einen Planungswettbewerb an. „Wir wollen eine flexible Lösung, die mindestens die bisherigen Betreuungszeiten abdeckt“, fordert Thomas Müller. Damit spricht er eine Kernforderung der Eltern in Tawern an. Nach der Berichterstattung im TV über die Ganztagsschul-Pläne der Verbandsgemeinde Konz für Tawern hat sich eine ganze Gruppe von Eltern beim TV gemeldet.

Sie wollen nicht namentlich in der Öffentlichkeit auftreten, weisen in ihren Zuschriften aber auf die Mängel hin, die das für Tawern vorgesehene Ganztagsschulmodell hat. Ihr Hauptproblem sei die Schulpflicht bis 16 Uhr von montags bis donnerstags.

Flexible Abholzeiten wie beim derzeitig in Tawern praktizierten Betreuungsmodell seien dadurch nicht gegeben. Hobbys und teilweise auch soziale Kontakte zu Freunden müssten die Kinder dadurch teilweise aufgeben, weil sie nicht mit der Schule bis 16 Uhr vereinbar seien. Eine andere Mutter weist zudem darauf hin, dass eine Abholzeit um 16 Uhr kaum zulasse, dass man als Elternpaar Vollzeit arbeite. In Bezug auf die Berufstätigkeit sei auch die bei einer normalen Ganztagsschule fehlende Nachmittagsbetreuung am Freitag ein Riesenproblem.

Bevor die Planung weitergeht, will die Verbandsgemeindeverwaltung jedenfalls alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Die Eltern werden noch schriftlich für Mittwoch, 20. November, um 18.30 Uhr zu einem Treffen ins Bürgerhaus eingeladen. Dort soll das Thema Ganztagsschule und auch ein darüber hinausgehendes Betreuungsangebot diskutiert werden.