Der Pate des Borns

VIERHERRENBORN. (hm) Das flächenmäßig größte Dorf in Rheinland-Pfalz hat "nur" 200 Einwohner, zum Nachbargehöft besteht nicht immer Sichtkontakt. Dennoch ist der Zusammenhalt gut. Jeder Bürger trägt seinen Teil dazu bei. Werner Lonien hat die Patenschaft für den "Vierherrenborn" übernommen.

Im vergangenen Jahr wurde die Gemeinde Vierherrenborn 50 Jahre alt, im Zuge der Vorbereitungen wurde die Brunnenanlage komplett neu gestaltet. Freiwillige Helfer waren damit wochenlang beschäftigt. "Gerne hätte ich auch mitgeholfen an dieser Renovierung", sagt der 45-jährige Werner Lonien. "Doch zu dieser Zeit hatte ich einen Krankenschein und war dazu nicht in der Lage."Landwirt aus Leidenschaft

Doch Lonien wollte unbedingt seinen Part leisten und bot der Gemeinde an, die Patenschaft für den Vierherrenbrunnen, das Aushängeschild Vierherrenborns, zu übernehmen. "Das ist natürlich mit Arbeit verbunden", erklärt der Junggeselle, der bei der Firma Villeroy und Boch in Mettlach beschäftigt ist. "Ich habe mich bereit erklärt, die Brunnenanlage zu pflegen. Dazu gehören das Mähen, die Säuberung der Kanäle von Blattwerk und die Pflege der Sitzgruppe." Neben seinem Hauptberuf betreibt Lonien noch Landwirtschaft im Nebenerwerb. "Bis 1982 habe ich dies noch hauptberuflich getan, doch es hat sich nicht mehr gelohnt, deshalb bin ich umgestiegen. Bis 1997 setzte ich auf Ammenkuhhaltung, doch als mein Vater starb, musste ich weiter reduzieren. Heute besitze ich noch fünf Kühe, die ich als Hobby halte." Seit der jüngsten Wahl ist Lonien außerdem Gemeinderatsmitglied. In der Freiwilligen Feuerwehr von Vierherrenborn ist er seit 28 Jahren engagiertes Mitglied. "Ich bin dort Truppführer und Gerätewart, kümmere mich um die technischen Angelegenheiten und repariere, was so anfällt." Er hat viele Lehrgänge besucht und ist in seiner Werkstatt oder im Spritzenhaus für die Feuerwehr aktiv. In Vierherrenborn existiert eine seltene Institution: ein Gremium ehrenamtlicher Feldgeschworener (der TV berichtete). Lonien gehört seit 1991 dieser Gruppe an und vermittelt in Grenzstreitigkeiten. "Neuerdings habe ich mir einen Fischweiher zugelegt", schwärmt er, der nur selten in seinem Leben geangelt habe. "Was nicht ist, kann noch werden", sagt Lonien. "Durch meine Schichtarbeit bleibt mir keine Zeit für weitere Hobbys. Und Arbeit gibt es täglich. An meinem Haus gibt es ständig etwas zu tun."