Der Reiz des Reizens

SCHÖNBERG/BEUREN. Nicht nur die Chance auf einen Gewinn – auch Spaß und Geselligkeit treiben passionierte Skatbrüder an, sich bei Turnieren zu messen – so wie am Wochenende in Beuren.

Klar, ohne Preise wär's nur halb so interessant. "Wenn man spielt, geht's ums gewinnen", stellt Helmut Schommer aus Wadern klar. Locken bei einem Preis-Skat wie in Beuren doch Sach- und Geldpreise im Wert von 3500 Euro. Der Skatverein "Herz-Dame Schönberg" kann daher über mangelndes Interesse nicht klagen.Gedächtnistraining, dass Spaß macht

Rund 270 Teilnehmer kamen am Sonntag, um nach Herzenslust zu reizen. Doch für viele ist dabei die Chance auf einen Gewinn Nebensache. "Ich geh eben gern spielen", gesteht Helmut Hauser seine Leidenschaft für Skat-Turniere. Josef Heck aus Welschbillig kloppt schon sein Leben lang Skat. "Hauptsächlich wegen der Geselligkeit," sagt der 76-Jährige. Denn beim Skat gehe es nicht todernst zu, sondern da spiele der Spaß eine große Rolle. Doch mittlerweile hat Heck noch etwas anderes schätzen gelernt: "Skat stärkt das Gedächtnis." Einem echten Skatbruder ist daher kein Weg zu weit. Karl Heinen aus Schleiden bei Pronsfeld hat 140 Kilometer zurückgelegt. Er hofft, wie am Wochenende zuvor in Ralingen, nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren. Ebenso haben Manfred Wirzius die 60 Kilometer von Merxheim nach Beuren nicht abschrecken können. Für den Vorjahres-Skatmeister Rheinhessen-Nahe ist das geradezu eine Verpflichtung: "Ich habe eine anstrengende Arbeit und so ist das mein Hobby zur Entspannung." Über das Jahr nimmt er an rund 100 Turnieren teil. Auf einen eher platonischen "Preis" hat es Marcel Barth aus dem französischen Cattenom abgesehen. Den 64-Jährigen reizt an Turnieren die "Freude am Skatspiel". Außerdem freue es ihn immer, deutsche Skatfreunde zu treffen: "Seit 40 Jahren spiel ich Skat - jeden Sonntag und auch in der Woche." Die Resonanz auf das seit 1987 ausgerichtete Turnier ist für Werner Schneider, seit 33 Jahren Vorsitzender des Ausrichters "Herz-Dame Schönberg", nicht ungewöhnlich. Spieler aus Luxemburg, Frankreich, Saarland, Birkenfelder Raum und Nordrhein-Westfalen gehören in Beuren einfach dazu. Jugendliche haben wenig Interesse

Bedauerlich sei nur, dass derzeit geringe Interesse der Jugend. Was ihn schon deshalb verwundert, weil er selbst als 16-Jähriger beim Skatkloppen mit den Senioren "eins über die Ohren bekam". Auch die Damen seien bei anderen Turnieren schon besser vertreten gewesen als nun mit elf Skat-Schwestern. Unterm Strich seien 70 Prozent "Stammgäste" des nur zehn Mitglieder zählenden Schönberger Vereins. Die Gewinner: 1. Jürgen Haack (Herz-Dame Schönberg), 2. Mathias Hauer (Herz-Bube Bitburg), 3. Berthold Klein (Schönberg), Thomas Raddatz (Konken), Christian Haring (Hillesheim).