Der Supermarkt in Nittel kann gebaut werden.

Kommunalpolitik : Der Supermarkt kann nach Nittel kommen

Der Gemeinderat Wincheringen stellt sich hinter den geplanten Einzelhandel - unter den Augen ungewöhnlich vieler Gäste.

Rund ein Dutzend Besucher aus Nittel haben die Sitzung des Ortsgemeinderats Wincheringen verfolgt. Der Grund: Auf der Tagesordnung stand zum wiederholten Mal die Beratung des Interkommunalen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts.

Nur wenn der Wincheringer Ortsgemeinderat das Konzept annimmt, kann in Nittel wie geplant ein großflächiger Supermarkt gebaut werden.

Der Wincheringer Ortsgemeinderat tat sich lange schwer, das Interkommunale Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das die zukünftige Zusammenarbeit mit Nittel im Bereich der Grundversorgung regeln soll, zu verabschieden. Man sah sich in Wincheringen in der Möglichkeit beschränkt, selbst einen großflächigen Supermarkt im Ort anzusiedeln. In zentraler Ortslage gibt es momentan keine Flächen, die für einen Supermarkt geeignet sind. Und der Standort Brückenkopf an der B 419 ganz in der Nähe zur Brücke nach Wormeldingen wurde von den Planungsbehörden bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz und beim Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz übereinstimmend abgelehnt. Die Voraussetzung zur Genehmigung, dass der Standort eines Marktes innerhalb des Ortes liegen soll, sei nicht gegeben.

Diverse Versuche, die Planungsbehörden umzustimmen und den Standort Brückenkopf zumindest als Potenzialfläche in das Einzelhandelskonzept aufzunehmen, scheiterten. Auch ein Gutachten einer Anwaltskanzlei kam zu dem Schluss, dass Wincheringen kaum eine Möglichkeit habe, einen Rechtsstreit gegen die Landes- und Raumplanungsbehörden zu gewinnen.

Allerdings sei Wincheringen ein dynamisch wachsender Ort, sagt VG-Saarburg-Bürgermeister Jürgen Dixius. Man müsse daher die Möglichkeit haben, dass sich der Ort auch im Bereich Nahversorgung, sprich Ansiedlung eines Supermarkts, weiter entwickeln kann.

Das sieht auch die Kreisverwaltung so. Klemens Weber, stellvertretender Leiter der Planungsgemeinschaft der Region Trier, sicherte der Ortsgemeinde Wincheringen telefonisch zu, dass zukünftig auch neue Standorte in Wincheringen für einen Supermarkt infrage kommen, sofern die Planungsbehörden zustimmen würden.

Im Ortsgemeinderat Wincheringen gab es dann noch persönliche Stellungsnahmen von zwei Ratsmitgliedern. Johannes Philippi (Wincheringen 21) gab zu Protokoll, dass er nach wie vor überzeugt sei, dass der Brückenkopf ein in die Ortslage Wincheringen integrierter Standort sei. Er akzeptiere aber, dass die Planungsbehörden dies anders sehen würden.

Matthias Walter (Wincheringen 21) warb dafür, dass die Ortsgemeinde Nittel das Kooperationsgebot von Nittel und Wincheringen, das im Landesentwicklungsplan festgeschrieben sei, zukünftig großzügig auslege.

Nach der Abstimmung über das Interkommunale Einzelhandels- und Zentrenkonzept, die einstimmig ausfiel, zeigte sich Nittels Ortsbürgermeister Peter Hein erleichtert und zufrieden. Er sieht die Vergangenheit nicht als belastend für die zukünftige Zusammenarbeit an.

Wincheringens Ortsbürgermeister Elmar Schömann betonte, dass es nach den vielen Gesprächen und Sitzungen zum Einzelhandelskonzept weder Gewinner noch Verlierer gäbe. Da es im Ortskern zurzeit keine geeigneten Flächen für eine Supermarktansiedlung gäbe, würde man weiterhin versuchen, den Brückenkopf als Potenzialfläche ausweisen zu können. „Die Ortsgemeinde Wincheringen hat niemals die Entwicklung in Nittel blockieren wollen. Wir haben versucht, die Interessen der Wincheringer Bevölkerung zu vertreten, und das ist auch unsere Aufgabe“, sagte er zum Abschluss.

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