Der Teufel in St. Laurentius

Leben, Tod, Hass und Liebe sind die Zutaten des Rockmusicals Domino des Teams "Licht ins Dunkel". Nach der Uraufführung vor rund einem Jahr in Irsch wurde die Kirche St. Laurentius in Saarburg zu einem Spielort, der im Spannungsverhältnis zum Thema steht: Der Kampf zwischen Gut und Böse, umrahmt mit der großen Musik von Genesis.

Saarburg. Das Wort "dominus" ist Latein und heißt Herr. Das griechische "diaballo" bedeutet durcheinanderbringen, entzweien. Allein schon mit diesen beiden Begriffen kann das Konfliktpotenzial des Rockmusicals Domino, eine Produktion von "Licht ins Dunkel", umschrieben werden, das jetzt an einem besonderen Ort aufgeführt wurde: in der Pfarrkirche St. Laurentius Saarburg.Wenn der Chef der Teufel ist

Die Story: Kanzleibesitzer Lutz de Vil, gespielt von Michael Thees, ist der Teufel (englisch "devil"), der hinter der Seele seines Angestellten, Anwalt Klockner (Florian Eckert), her ist. Der schloss vor 15 Jahren einen Pakt, den er jedoch vor einem Richter (Rouven Bitz) kurz vor dem Ablaufen anfechten will, sonst gehört seine Seele dem Teufel. Klockner muss erkennen, dass hinter seinen Erfolgen, die wie ein Domino-Spiel zusammenhängen, sein Chef, der Teufel, steckt.Grandios wird die Geschichte durch die Musik von Genesis, gespielt von Ideengeber und Autor Christian Müller mit seiner Band, und gesungen von Manuel Lothschütz. Die Problemlage des Anwalts gegenüber seinem Peiniger beschreiben Songs wie "The Cage" (der Käfig), die weggeworfene Liebe "Throw it all away" oder am Tag der Entscheidung vor Gericht "Tonight, tonight".Pastor Peter Leick, zu dessen Verabschiedung ins saarländische Wadgassen der Spielort Kirche gewählt wurde, hatte keine Bedenken: "Wer mich kennt, weiß, dass ich immer wieder versuche, andere Formen von Verkündigung in unseren Kirchen zu finden." Im Übrigen ziehe sich der Kampf zwischen Gut und Böse, beispielsweise in der Offenbarung des Johannes, wie ein roter Faden durch die Bibel. Und Genesis heiße ja auch Schöpfung. 200 Menschen verfolgten das Spektakel in St. Laurentius. Das Gotteshaus war fast nicht mehr wiederzuerkennen, was nicht nur an der intensiv eingesetzten Nebelmaschine lag. Ein buntes Spektakel an Lichteffekten untermauerte die Geschichte im Kampf um die Seele des Anwalts.Eine Zuschauerin, Anita Tullius aus Beurig, urteilte: "Diesen Spielort finde ich gut." Kritisch sah sie jedoch die Tatsache, dass man die Band nur hört, aber, da sie hinter einer großen Leinwand agiert, nicht sieht. Im zweiten Teil fiel jedoch dieser Vorhang, und die Lichteffekte wurden noch einmal verstärkt.Musical-Autor Christian Müller wollte bereits in diesem Jahr mit dem Stück auf Tournee gehen. Das klappte jedoch nicht. Jetzt steht mit dem 15. März in Ramstein ein Termin für die nächste Aufführung fest. Mehr darüber im Internet unterbehind-the-wall.de Extra

Benannt nach dem Geschicklichkeitsspiel Domino beschreibt der Domino-Effekt eine Abfolge von - meist ähnlichen - Ereignissen, von denen jedes einzelne zugleich Ursache des folgenden ist, und die alle auf ein einzelnes Anfangsereignis zurückgehen. Eine Kettenreaktion ist als Spezialfall anzusehen. Der Länge einer solchen Ereigniskette sind physikalisch keine Grenzen gesetzt, da jeder Dominostein genügend Energie abgibt, um den nächsten zu Fall zu bringen. Quelle: wikipedia/ doth

Mehr von Volksfreund