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Der Verein der Landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen Saarburg feiert 70-jähriges Bestehen.

Verein : Geburtstagsfeier mit Kampfansage

Der Verein der Landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen Saarburg feiert 70-jähriges Bestehen. Er vertritt die Interessen von Bauern und Winzern.

Eigentlich sind es schon 71 Jahre, die der Verein der Landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen (VLF) Saarburg besteht. Gegründet 1948 ist er trotz Schließung der Schule 1974 weiter lebendig und setzt sich für seinen Berufsstand ein. Denn das Vereinsleben ist von Folklore weit entfernt. „Wir müssen unserer Bevölkerung und vor allem unseren Politikern klar machen, was unsere Leistungen sind“, gibt sich Vorsitzender Günter Hunsicker kämpferisch. 65 Prozent der Rheinland-Pfälzer leben noch im ländlichen Raum, genau dort, wo ihre Lebensmittel produziert werden und Bauern die Kulturlandschaft pflegen.

Wer nach der Volksschule, wie die Grundschule damals hieß, Landwirt werden wollte, besuchte wie in anderen Berufen auch, die Berufsschule. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Landwirt war in der Landwirtschaftlichen Fachschule möglich, wo auch die Prüfung zum Landwirtschaftsmeister abgelegt werden konnte. Die Schüler lernten in zwei Wintersemestern, in denen es weniger Feldarbeit zu erledigen gab.

Nicht erst seit 1990, als Günter Hunsicker Vorsitzender wurde, verschärft sich die Situation für die Bauern. „Früher waren unsere Produkte einfach mehr wert“, bedauert er den stetigen Preisverfall. Hierzulande gebe es immer mehr Auflagen, während importierte Produkte unter bescheideneren Standards hergestellt würden, was auch für die Arbeitsbedingungen gilt.

Hunsicker freut sich über Zuwachs, eine 40-köpfige Abteilung der Landjugend, die sich dem VLF angeschlossen hat und sich sehr aktiv mit Mahnfeuern und einer Traktorenfahrt nach Berlin im Protest gegen die aktuellen Entwicklungen engagiert. Auch der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes Mosel, Walter Clüsserath, freut sich über den Nachwuchs im Verein: „Engagiert euch. Die Themen gehen uns nicht aus.“

„Die Verbraucher müssen wachgerüttelt werden“, findet auch Geschäftsführerin Christine Jäckels, und führt eine Aktion der niederländischen Landwirte ins Feld, die am 18. Dezember den Einzelhandel nicht mehr beliefern wollen.

„Es dauert nur wenige Tage, bis die Regale leer sind“, rechnet sie vor, und es wäre doch eine Überlegung wert, auch in Deutschland mal in dieser Form zu protestieren.

„Schuldzuweisungen nutzen nichts“, erklärt der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Siegfried Büdinger. Er verspricht Unterstützung. Sein Amtskollege aus Konz, Guido Wacht, sagt: „Wir wissen, was wir an Ihnen haben.“ Gemeinsam müsse man den Karren ziehen.

Weitere Informationen zum Verein gibt es bei Geschäftsführerin Christine Jäckels, Tel.: 0151/19129925 oder per Mail: jaeckels.christine@gmail.com