"Der Weg ist wichtig"

In den Sommerferien 2008 ist die Kinder- und Jugendkunstschule im Mehrgenerationenhaus in der Glockengießerei in Saarburg gestartet. So richtig los - mit umfassendem Programm - geht es aber erst in diesem Jahr. In der kommenden Woche beginnt das reguläre Kursangebot. Daneben sind 2009 auch Wochenend- und Ferienkurse geplant.

 „Wir reisen um die ganze Welt“: Unter dieses Motto haben die beiden Projektleiterinnen der Kinder- und Jugendkunstschule Judith Iwan (links) und Cordue, hier mit Globus, das aktuelle Programm gestellt. TV-Foto: Susanne Rendenbach

„Wir reisen um die ganze Welt“: Unter dieses Motto haben die beiden Projektleiterinnen der Kinder- und Jugendkunstschule Judith Iwan (links) und Cordue, hier mit Globus, das aktuelle Programm gestellt. TV-Foto: Susanne Rendenbach

Saarburg. Die Idee, die hinter der 2008 gegründeten Saarburger Kinder- und Jugendkunstschule steckt, ist einfach und griffig. "Wir möchten Kinder ab dem Grundschulalter außerhalb der Schule zu künstlerischem Gestalten anregen", erklärt die gebürtige Bremerin und Wahl-Saarburgerin, die sich den Künstlernamen Cordue zugelegt hat und gemeinsam mit Judith Iwan das Projekt leitet. Anders als in der Schule soll in der neuen Saarburger Einrichtung ohne Druck gearbeitet werden.

Das Besondere aus Sicht der beiden Leiterinnen: "Bei uns werden die Kinder ausschließlich von Menschen angeleitet, die aus der Bildenden Kunst kommen und als Künstler arbeiten. Wir haben eine andere Herangehensweise als Lehrer, können aus der eigenen Erfahrung heraus vermitteln."

Angebote, keine Vorgaben machen



Neben der freischaffenden Künstlerin Cordue stammen auch alle übrigen Dozenten aus der freien Kunstszene. Christoph Rammacher kommt aus Saarbrücken, Werner Müller aus Zerf, Corin Sands aus England, lebt aber seit zwei Jahren in Saarburg und gibt die Kurse in Englisch.

Die Freudenburgerin Judith Iwan stammt aus "der grafischen Ecke" und gibt seit längerem auch Zeichen- und Malkurse an verschiedenen Außenstellen der Volkshochschule des Kreises.

Ein bestimmtes pädagogisches Konzept verfolgen die Dozenten nicht. Wichtig sei allen, bei den Kindern das Interesse und den Spaß am Gestalten zu wecken und weniger auf die Ergebnisse zu schauen. "Erwachsene sind in der Regel leistungsorientiert. Viele Eltern achten sehr darauf, dass ihre Kinder ,richtig' und korrekt malen oder werken", beschreibt Judith Iwan ihre Erfahrung der VHS-Kurse. Eltern müssten umdenken: "Es muss nicht immer perfekt sein. Der Weg ist wichtig, nicht das Ergebnis." Kollegin Cordue ergänzt: "Für uns steht das Experimentieren und Entdecken der Kinder im Vordergrund. Wir wollen ihnen Angebote, keine Vorgaben machen."

Das reguläre Kursangebot startet in der kommenden Woche mit einer "Malschule".

Darüber hinaus gibt es Kurse mit den Titeln "Kleine Baumeister", "Druckwerkstatt", "Mein Märchenthron" oder auch "Jung und Alt, Alt und Jung, malt herum".

"Da unsere Schule im Mehrgenerationenhaus in der Glockengießerei untergebracht ist, finden wir die Idee reizvoll, dass Kinder gemeinsam mit ihren Großeltern oder mit Tante und Onkel arbeiten", so Cordue.

An Jugendliche ab 14 Jahren richten sich zwei Angebote der Wochenend-Workshops. Einmal geht es um das Gestalten einer Plakatwand im öffentlichen Raum, das andere Mal geht es um die Frage, ob Kunst die Welt verändern kann.

Ferienwerkstätten unter dem Motto "Wir reisen um die ganze Welt" bietet die Schule während der gesamten Zeit der Oster-, Sommer- und Herbstferien an. "Unsere Werkstatt in den Sommerferien vergangenes Jahr ist sehr gut angenommen worden", berichtet Cordue.

Infos und Anmeldung: montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus, telefonisch unter 06581/2336 oder unter info@familienbuendnis-saarburg.de. Geschwisterkinder, Kinder von Alleinerziehenden oder von Hartz IV-Empfängern zahlen übrigens weniger für die Kurse.