Deutliche Kritik am Ortschef

Die mit Problemen behaftete Planung zur Sanierung des Wellener Sportplatzes ist offenbar zu einem Reizthema im Dorf geworden. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat beschuldigt Ortsbürgermeister Hans Dostert öffentlich, den finanziellen Zuschuss des Kreises vorerst verspielt zu haben.

Wellen. (api) In Wellen rumort's: Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hat am Wochenende ein Schreiben im Dorf verteilt, in dem sie Ortsbürgermeister Hans Dostert deutlich kritisiert. Zentrales Thema ist die angedachte Sanierung des Sportplatzes. Weil es bis dato keine belastbaren Zahlen dazu gibt, wie teuer eine Umwandlung des bisherigen Tennen- in einen Rasenplatz wird, hat der Kreisausschuss jüngst beschlossen, das Wellener Projekt auf seiner Förderliste nach hinten zu schieben.

Für die SPD steht fest: "Der Zuschuss wird zunächst nicht bewilligt, weil unser Ortsbürgermeister seine Pflicht grob vernachlässigt hat. Er hat einen Beschluss des Ortsgemeinderates eigenwillig und ohne rechtliche Grundlage nicht ausgeführt." Das sieht Dostert anders.

Zum Hintergrund: Der Rat hatte sich auf ein Ingenieurbüro geeinigt, das die Kosten für die Arbeiten auf dem Wellener Sportplatz ermitteln sollte. Etwas später hat Ortsbürgermeister Dostert ein Angebot eines anderen Büros aufgetan, das wesentlich günstiger ausfiel.

Der Haken: Es stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass die Büros offenbar unterschiedliche Maßstäbe ansetzten. Die Planungen des Büros, das Dostert auch aufgrund von Empfehlungen von Amtskollegen unterstützt hat, werden nicht anerkannt. Wegen der zeitlichen Verzögerungen verliert Wellen Anfang Juni den Platz eins auf der Prioritätenliste zur Förderung des Sportstättenbaus im Kreis.

"Ich habe nach meiner Fürsorgepflicht gehandelt", erklärt Dostert im TV-Gespräch. Er wollte die für das Dorf kostengünstigste Variante wählen. "Ich habe nicht mutwillig blockiert." Sein Gewissen sei rein.

Er werde demnächst mit der Kreisverwaltung Gespräche zum Sportplatz-Thema führen. Er kämpfe nach eigenen Angaben "mit Herzblut" weiter dafür, dass Wellen einen Rasenplatz bekomme. Dabei arbeite er auch mit dem Sportverein zusammen. Die Fläche vor den Garagen soll als Tennenplatz für Trainings erhalten bleiben. Der Sportplatz solle letztlich ein Schmuckstück für die Gemeinde werden.