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Deutliche Mehrheit stimmt für den Golfpark

Deutliche Mehrheit stimmt für den Golfpark

Sieg für die Golfpark-Befürworter: Bei der TV-Umfrage zum Golfpark-Projekt auf dem Fellericher Plateau überwiegen die Coupons der Förderer des Millionen-Vorhabens deutlich. Ein knappes Viertel der 220 Teilnahmescheine stammt von Golfpark-Gegnern.

Konz/Tawern/Temmels. Große Resonanz auf die Golfpark-Coupon-Aktion: Mehr als 200 TV-Leser haben abgestimmt, ob sie für oder gegen das 120-Millionen-Projekt mit Golfplatz, Hotel und 400 Häusern auf dem Fellericher Plateau sind. Das Ergebnis ist eindeutig: 172 der 220 Leser (78 Prozent) haben sich für den Golfpark ausgesprochen. 43 von ihnen stimmten für das Projekt mit einem Ferienhaus-Anteil, 17 für die Variante mit Wohnbebauung. Den meisten aber ist die Frage der Bebauungsart offenbar unwichtig, sie stimmten grundsätzlich für den Golfpark. 48 Coupons (22 Prozent) kamen von Golfpark-Gegnern.

Auf den zweiten Blick eröffnet sich ein weiteres interessantes Meinungsbild: Die meisten der Coupons stammen nicht aus den betroffenen Gemeinden Tawern oder Temmels. Hier ist die Reaktion verhalten. 35 Tawerner stimmten für den Golfpark, 13 dagegen, in Temmels stehen vier Stimmen auf jeder Seite. Vielmehr sind es Bürger aus der restlichen Verbandsgemeinde Konz, aus der VG Saarburg und der Stadt Trier, die sich für oder gegen das Millionen-Vorhaben ausgesprochen haben.

Argumente: Wirtschaft gegen Natur



Nicht nur per Fax oder Brief konnten die TV-Leser abstimmen, auch online hatten die Internet-Nutzer die Gelegenheit dazu. In den ersten paar Stunden der Online-Umfrage überwogen die Befürworter, dann zogen die Gegner nach. Später raste jedoch der Wert für die Variante "Bebauung ausschließlich mit Wohnhäusern" in die Höhe. Ein eindeutiges Ergebnis, könnte man meinen. Doch das Resultat war nicht repräsentativ.

Die verbleibenden Online-Kommentare wie auch die Begründungen auf den Coupons der Umfrage-Teilnehmer geben Aufschluss über die Argumente der Befürworter und Gegner. Auf der Pro-Golfpark-Seite überwiegt die Überzeugung, dass die Millionen-Investition der Luxemburger einen Aufschwung für die regionale Wirtschaft und mehr Arbeitsplätze bedeute. Gleich darauf folgt das Argument, der Golfpark fördere den Tourismus. Und an dritter Stelle schließen sich diejenigen an, die sich schlicht aufs Golfen freuen.

Unter den Golfpark-Gegnern dominiert die Angst vor dem erhöhten Verkehr. Nicht nur mehr Lärm, auch die Überlastung der Straßen an der Obermosel machen ihnen Sorgen. Ähnlich inakzeptabel ist für sie die drohende Verschandelung der Landschaft rund um den Moselhöhenweg. Platz drei in der Argumente-Liste gegen den Golfpark teilen sich die Befürchtung, dass mit der Bebauung eine Zersiedelung der Landschaft einhergehe und dass von dem Projekt allein die luxemburgischen Investoren profitieren.

Derzeit ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz nach eigenen Angaben dabei, die Reaktionen der Verfahrens-Beteiligten auf den Kompromiss-Entwurf mit reduzierter Bebauung und einer Option auf 150 Ferienhäuser auszuwerten.

Meinung

Kaum Reaktion Betroffener

Es ist erstaunlich. Mehr als 200 Leser beteiligen sich an der Golfpark-Umfrage, und nur knapp ein Viertel davon stammt aus den Gemeinden Tawern und Temmels. Gerade dort sollte doch die Betroffenheit am größten sein. Stattdessen melden sich vor allem diejenigen zu Wort, die nur mittelbar etwas mit einem möglichen Golfpark auf dem Fellericher Plateau zu tun haben. Warum ist das so? Ist die Diskussion inzwischen schon so weit vorangeschritten, dass sich die Tawerner und Temmelser ihrem Schicksal ergeben, egal wie es aussehen mag? Oder wollen sie die Entscheidung komplett den Politikern überlassen? a.pipke@volksfreund.de