Deutschland vereint in der Flasche

Acht Winzer aus sechs Anbaugebieten in Deutschland haben sich zusammengetan. Ihr ehrgeiziges Ziel: ein "gemeinsamer Wein".

Acht Winzer aus sechs Regionen präsentieren den Projekt-Wein „R hoch 8“ eine gemeinsame Riesling -Cuvée. TV-Foto: Katja Weinerth

Konz-Oberemmel. Die Idee zum "gemeinsamen Wein" hatte der renommierte Wein-Journalist Stuart Pigott, die er nun gemeinsam mit der Gruppe "Simply Wine", das sind acht Jungwinzer aus sechs deutschen Anbaugebieten, realisiert hat. Pigott kam auf die Idee, als er im Weingut Willems-Willems in Konz-Oberemmel eine besondere Entdeckung machte.

Jungwinzer unterstützen die Deutsche Aids-Stiftung



Dort gab es eine Flasche, die sowohl Riesling von der Saar wie auch aus Rheinhessen beinhaltete - eine Mischung, die den Weinautor begeisterte. Sie stellt den Ausgangspunkt für das deutschlandweit einmalige Projekt dar: mehrere Rieslinge aus verschiedenen Anbaugebieten zusammenzubringen.

Begonnen hat alles mit der Liebe - zum Wein und zwischen zwei Menschen, die beide aus einer Winzerfamilie stammen. Carolin Hofmann, geborene Willems, und Jürgen Hofmann hatten die Idee, aus Rieslingtrauben von der Saar und aus Rheinhessen einen Wein zu kreieren. "Die Saar hat Schieferboden, die Rieslinge werden sehr mineralisch. Die Rheinhessen-Weine wachsen auf Muschelkalk, werden eher kräftig und haben viel Körper", erläutert Carolin Hofmann, die 2001 zum ersten Mal mit ihrem heutigen Mann die Kreation wagte. Diese Idee hat Pigott nun mit dem Jungwinzer-Team "Simply Wine" - zu dem auch Carolin und Jürgen Hofmann gehören - aufgegriffen und weitergedacht.

"Ich fragte mich einfach, wie weit kann man die Idee treiben? Diese acht Winzer sind sehr unterschiedliche Menschen und genauso unterschiedlich sind ihre Weine", erklärt Stuart Pigott. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, eine bisher einmalige Riesling-Cuvée zu erschaffen.

Vereint wurden Rieslinge aus den Weinregionen Saar, Rheinhessen, Pfalz, Nahe, Württemberg und Rheingau.

Hinzu kommt die Besonderheit, dass hierbei acht fertige Weine mit der jeweiligen Handschrift des Winzers und der Eigentümlichkeit des Terroirs erstmals vereint werden.

Damit haben die Jungwinzer mit Stuart Pigott einen ungewöhnlichen Weg betreten, der auch zurzeit gegen die gängige Theorie steht, wie Stuart Pigott erläutert. Diese besagt, dass ein großartiger deutscher Riesling nur aus einem einzigen Weinberg kommen kann - "R hoch 8" will genau das Gegenteil.

Herausgekommen ist eine fruchtige, elegante Kreation, die einfach viel Spaß machen soll - gerade jetzt im Sommer, sagt Carolin Hofmann, nachdem sie den Riesling geschmeckt hat.

Obwohl auf dem Etikett "Tafelwein" steht, weil das deutsche Weingesetz es nicht zulässt, dass Qualitätsweine übergebietlich verschnitten werden, haben die Winzer dafür nur Auslesen ausgewählt.

Und Gutes tun die Winzer auch noch. Mit dem Verkauf jeder Flasche geht ein Anteil an den Fond "Wein hilft" der Deutschen Aids-Stiftung.