1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Dickste Brocken: Rathaus und Schule

Dickste Brocken: Rathaus und Schule

Die Grundschule Hermeskeil und das Rathaus sollen saniert werden. Beides sind millionenschwere Projekte, die die Verbandsgemeinde 2017 stemmen will. Die Verwaltung sieht daher keine Chance, die Umlage zu senken, die aus den Ortsgemeinden in ihren Haushalt fließt. Die SPD aber will genau das in der VG-Ratssitzung am Mittwoch einfordern.

Hermeskeil. Die Verbandsgemeinde Hermeskeil nimmt im kommenden Jahr viel Geld in die Hand, um ihre Einrichtungen auf Vordermann zu bringen. Insgesamt sollen laut Haushaltsplan 2017 rund 4,1 Millionen Euro investiert werden. In dieser Summe stecken laut Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) zwei besonders "dicke Brocken": die bereits begonnene Sanierung der Grundschule Hermeskeil (1,35 Millionen Euro) und der geplante barrierefreie Umbau des Rathauses (1,5 Millionen Euro).
Die Feuerwehren erhalten rund 550 000 Euro für neue Fahrzeuge, Ausstattung und Arbeiten an ihren Gerätehäusern. Eine bessere Entwässerung rund um Hermeskeil, Züsch, Neuhütten, Hinzert und Damflos wird insgesamt rund 512 000 Euro kosten. Mulden und Rückhaltebecken sollen dort helfen, Überschwemmungen in den Orten zu vermeiden (der TV berichtete am 15. November). Für eine neue Kassenanlage im Hermeskeiler Hallenbad sowie die Erneuerung von Kabinen und Whirlpool sind 120 000 Euro kalkuliert.
Ohne Barrieren zur Verwaltung


Um dieses große Paket zu stemmen, muss die VG Kredite in Höhe von 3,55 Millionen Euro aufnehmen. Die Projekte sind nach Meinung des VG-Chefs aber nicht aufschiebbar. "Der Bedarf ist einfach sehr stark gegeben", sagt Hülpes. Auch angesichts der aktuell niedrigen Zinsen müsse man "die Maßnahmen jetzt angehen". An einem Aufzug für das Rathaus führe kein Weg vorbei, dies sei mittlerweile "Standard in öffentlichen Gebäuden". Die Bürger müssten ihre Verwaltung ohne Hindernisse erreichen können. Zusätzlich soll beim Brandschutz nachgebessert und das Gebäude energetisch saniert werden. "Hoher Sanierungsbedarf" besteht laut Hülpes auch bei Tiefgarage und Parkdeck.
Der Verbandsgemeinderat wird am 21. Dezember über den Haushaltsplan beraten und beschließen. Im Haupt- und Finanzausschuss haben sich schon ein paar strittige Punkte offenbart. Vor allem die SPD-Fraktion sieht noch einige Schrauben, an denen gedreht werden könnte. Für die Grundschulsanierung gebe es fast keine Förderung, sagt Fraktionssprecher Uwe Roßmann. Bei Gesamtkosten von 3,5 Millionen Euro bleibe an der VG ein Eigenanteil von 3,4 Millionen Euro hängen. "Das kann nicht sein. Da muss man noch intensiver nach Wegen suchen, diesen Anteil zu reduzieren."
Fraktionskollege Rainer Spies kritisiert die Vereinbarungen mit der Stadt Hermeskeil zur Nutzung der Hochwaldhalle und der Rathaus-Tiefgarage. Der Kostenanteil für die VG liege jeweils bei 75 Prozent, obwohl die Stadt beide Angebote viel stärker nutze. "Da muss sich was ändern", fordert Spies. Zumal die Ortsgemeinden für ihre Kulturhallen allein aufkämen.
Pochen will die SPD auf eine Absenkung der VG-Umlage. Die wird von den 13 Ortsgemeinden an die Verbandsgemeinde gezahlt, damit diese ihre Pflichtaufgaben erfüllen kann. Laut Plan soll die Umlage weiterhin 42 Prozent betragen. Der Kreis Trier-Saarburg hat seine Umlage am Montag um einen Punkt auf 44 Prozent erhöht. Was der Kreis nun "mehr abgreift", müsse die VG in jedem Fall absenken, fordert Roßmann. Spies sieht sogar die Möglichkeit, "bis zu zwei Punkte mehr runterzugehen". Es sei "höchste Zeit", von dem im kreisweiten Vergleich "hohen Umlagen-Niveau runterzukommen" - zumal Kredite momentan "sehr günstig zu haben" seien.
"Die Verbandsgemeinde hat doch stärkere Schultern als die Ortsgemeinden, die dringend entlastet werden müssen", sagt Spies. Damit könne man auch ein Signal an die Nachbarn senden, bei denen man für die Bildung einer gemeinsamen neuen VG Hochwald werbe, sagt Roßmann.
Kredite wachsen

Foto: (h_hochw )


Der VG-Chef und VG-Kämmerer Hans-Peter Lorang sehen dafür "keinen Spielraum". Laut Lorang schleppt die VG "Altlasten mit sich herum", die man beizeiten abbauen müsse. Weil die Ausgaben die Einnahmen überstiegen, seien wieder Liquiditätskredite in Höhe von 1,3 Millionen Euro nötig. Zusätzlich stiegen die Schulden aus Investitionskrediten nochmals um 2,8 Millionen auf insgesamt 11,7 Millionen Euro an.