Die 2009er sind der Bringer

Einen außergewöhnlich guten Jahrgang versprechen sich die Winzer von der Saar nach der aktuellen Weinlese. Vergleichsweise geringe Mengen, dafür hohe Qualitäten - auf diesen Nenner lässt sich das Ergebnis bringen.

In diesen Tagen zwingen die kleinen, klebrigen Beeren wieder ganze Trupps jüngerer und älterer Frauen und Männer in die Knie. Anfang vergangener Woche haben die vom TV befragten Winzer an der Saar mit der Ernte der Riesling-Trauben begonnen. Bis Ende dieser Woche werden sie nach eigener Auskunft wohl noch brauchen, bis alle Rebstöcke von den Trauben befreit sind.

Dabei verspricht die mühsam, weil überwiegend von Hand und in Steillagen eingebrachte Ernte an der Saar durchweg Erfreuliches: Gute bis sehr gute Qualitäten erwarten die Winzer.

So erklärt Dorothee Weber vom Margarethenhof in Ayl: "Wir werden mit der Lese wohl in dieser Woche fertig und erwarten bei sehr guten Mostgewichten super-gute Qualitäten." 60 Prozent Riesling fahren Dorothee und Jürgen Weber neben dem restlichen Anteil an Elbling und Burgunder ein. In der weltberühmten Lage "Ayler Kupp" sowie in Könen, Wasserliesch, Temmels und Tawern wachsen die verschiedenen Rebsorten.

Mit bis zu 16 Kräften - darunter Saisonarbeiter aus Rumänien - sind sie in diesen Tagen in den Weinbergen zugange. "Wir haben den Ertrag enorm reduziert, frühzeitig entlaubt und auch kurz vor der Ernte noch einmal entlaubt. Das gute Wetter hat das Übrige dazu getan, dass das sicher ein sehr guter Jahrgang wird", sagt Weber. "Wir haben sehr gute Säure-Werte und müssen im Keller keine Kunststücke machen, um die Säure runterzukriegen."

Auch Winzer-Kollege Peter Lauer aus Ayl kommt beim diesjährigen Ergebnis ins Schwärmen: "Die Erntemenge ist zum Teil sehr klein. Wir haben eine hervorragende Qualität." Das Mostgewicht liege durchweg zwischen 88 und 95 Grad Oechsle. "Wir haben auch schon Beeren- und Trocken-Beeren-Auslesen eingebracht", so Lauer. Den neuen Jahrgang vergleicht Lauer, der seit Jahrzehnten ausschließlich Riesling in der "Ayler Kupp" bewirtschaftet, mit dem von 2005. Eine völlig neue Erfahrung sei für ihn hingegen der frühe Frost. "Dass wir bereits Mitte Oktober einen so heftigen Frost hatten, der das Blattwerk kaputt gemacht und zu einem abrupten Reife-Ende geführt hat, habe ich noch nicht erlebt."

In vollem Gange ist auch die Lese in den Wingerten des Saarburger Weingutes Appel. "Wir haben dieses Jahr kein Problem mit Fäulnis, die Mengen sind in Ordnung, die Qualität ist sehr gut, wir liegen zwischen 80 und 90 Grad Oechsle", sagt Armin Appel. Mit 14 Lesern plus Trägern bearbeitet er die Hänge der Lagen Rausch, Fuchs, Schloßberg und Kupp.

Einen außergewöhnlichen Jahrgang erwartet auch Hanno Zilliken vom Saarburger VDP-Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken. "Wir haben zwar die Spitzen noch nicht eingebracht, aber vom bisherigen Ergebnis bin ich sehr angetan."

Das günstige Wetter ohne zu lange Regen- und "Stress-Phasen mit Trockenzeit im Sommer" mache den 2009er zu etwas Besonderem. Dabei weiß Zilliken, der trotz Wirtschaftskrise 70 Prozent seiner Erzeugnisse in die USA exportiert: "Ausgerechnet die ungerade Zahl hat dem Wein immer Glück gebracht. Die 9er-Jahrgänge seit 1949 waren immer herausragend."