Die Besten in Deutschland

GUSTERATH.Das hat es in unserer Region noch nicht gegeben: Lina Alirezania (13) und Jonas Wittschier (12) sind in Freiburg Bundessieger beim Wettbewerb "Jugend musiziert" geworden. Viele Gratulanten erwarteten sie in der Heimat.

In ihrer Altersgruppe hatten die beiden jungen Künstler sich gegen 36 andere Teilnehmer zu behaupten. Doch am Schluss stand fest, Lina Alirezania belegte den ersten und Jonas Wittschier den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb. Zu dem dreitägigen Wettbewerb waren sie mit ihren Eltern, ihrer Flötenlehrerin Birgit Häußer und ihrem Begleiter am Klavier, Ulrich Krupp, angereist. Häußer: "Neben unseren jungen Solisten gilt dem Oberstudienrat am Angela-Merici-Gymnasium ein besonderes Lob. Es ist nicht immer einfach, einen guten Klavier-Begleiter für die Flöten zu finden." Acht Tage war die Stadt Freiburg der musikalische Mittelpunkt Deutschlands, denn mehr als 2000 der besten Nachwuchsmusiker waren zur Teilnahme am 43. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" angereist. Mit dem Abschlusskonzert im Konzerthaus Freiburg endete das größte und bedeutendste Musikfestival für Nachwuchsmusiker. Der Deutsche Musikrat, der Bund, das Land Baden-Württemberg und die Gastgeberstadt Freiburg schufen optimale Voraussetzungen, um Jugendlichen aus allen Teilen Deutschlands und mehr als 15 Nationen den Leistungsvergleich und die Begegnung miteinander zu ermöglichen. In rund 1500 einzelnen Wertungsvorspielen in 21 Instrumental- und Vokal-Kategorien und fünf Altersgruppen hatten sich die jugendlichen Nachwuchsmusiker vor den insgesamt 29 hochkarätig besetzten Jurygremien präsentiert. Musiklehrerin Häußer lobte in ihrem Resümee auch die Eltern und natürlich das Durchhaltevermögen ihrer Flötenschüler. "Rund ein dreiviertel Jahr haben wir geprobt, bis sich die beiden in dieser perfekten Form der Jury präsentieren konnten", sagt sie. Für Monika Straßel von der Volkshochschule ist klar: "Das sollte ein Ansporn für andere junge Leute sein, sich in ihrer Freizeit mit sinnvollen Aufgaben zu beschäftigen." Straßel lobte Musiklehrerin Häußer für ihre fachliche Kompetenz, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen sei. Für Bürgermeister Bernhard Busch ist das ein denkwürdiger Tag: "Bei der Suche im Archiv haben wir keine vergleichbare Leistung gefunden. Ihr habt einen außergewöhnlichen Erfolg errungen." Er wünschte Lina und Jonas auch weiterhin das erforderliche Engagement und die Ausdauer. Schon jetzt sind sie zu einem Konzert in den neuen Rathaussaal eingeladen. Der würdige Rahmen und ein guter Anlass seien noch abzusprechen. Von Monika Straßel und Bürgermeister Busch gab es für die Bundessieger sowohl einen Geldpreis als auch eine Ferienkarte für das Freibad Ruwertal in Mertesdorf.Kostspieliges Hobby

Für Kinder und Eltern ist das Hobby eine kostspielige Sache: der Unterricht, die Noten, die Fahrten und natürlich die Instrumente. "Ich besitze 14 Flöten", erzählt Jonas, der außerdem noch Klavier und Klarinette lernt und in einem Chor singt. Lina spielt zudem Traversflöte und Klarinette. Musiklehrerin Häußer: "Eine finanzielle Förderung solcher jungen Künstler wäre sehr wünschenswert." Immerhin koste eine Flöte für diese Leistungsstufe bis zu 1400 Euro.