Die Beuriger Kolpingsfamilie lädt zum 70-jährigen Bestehen zum Tag der Vereine ein. Die Gründer wollten junge Menschen nach düsteren Zeiten unterstützen.

Verein : 17 Vereine feiern einen Geburtstag

Die Beuriger Kolpingsfamilie lädt zum 70-jährigen Bestehen zum Tag der Vereine ein. Die Gründer wollten junge Menschen nach düsteren Zeiten unterstützen.

Vor 70 Jahren wurde die Kolpingsfamilie St. Marien in Beurig gegründet. 22 junge Männer sind damals beigetreten. Heute hat der Verein 149 Mitglieder – davon gehören 40 zum aktiven, harten Kern. Den runden Geburtstags am 18. März will die Kolpingsfamilie mit einem Tag der Vereine feiern: Auf dem Marienplatz werden sich die Vereine des Stadtteils mit Infoständen und Aktionen präsentieren.

Bernd Laurenz, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, lädt alle dazu ein. Er sagt: „Wir haben ein großes Neubaugebiet und bekommen noch ein weiteres dazu. Es gibt also sicher viele, die uns neu kennenlernen möchten.“ Ebenso willkommen seien alle, die den Vereinen seit Jahren verbunden seien. Tradition und das Wissen um die eigenen Wurzeln sind aus Sicht der Kolpingsfamilie von entscheidender Bedeutung. Sie spielten schon bei der Gründung 1948 eine zentrale Rolle.

Die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten mit ihrem Versuch, die gesamte Gesellschaft in ihrem Sinne politisch zu erziehen, hatte gerade bei der Jugend schwere Spuren hinterlassen. Die zuvor vielerorts starken katholischen Jugendorganisationen waren weitgehend zerschlagen worden. Dieser „seelischen Not“ der jungen Menschen wollte Leo Klaus in Beurig etwas entgegensetzen und besann sich auf die Mitte des 19. Jahrhunderts von Adolph Kolping (siehe Extra) gelebten Ideale: Gemeinschaft und Solidarität. Mit den ehemaligen Kolpingbrüdern Nikolaus Schmitt, Herbert Raschke und Robert Schäfer wurde der Plan vorangetrieben, eine eigene Kolpingsfamilie in Beurig zu gründen. Wie schon zu Zeiten des historischen Namensgebers Kolping begeisterten sich vor allem Handwerkslehrlinge und Gesellen für die Idee. Am 18. März 1948 kam es zur Vereinsgründung.

Gewachsen ist aus diesen Anfängen eine vielseitig engagierte Gemeinschaft – zur Jugendarbeit sind im Laufe der Jahre zahlreiche soziale, sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten hinzugetreten. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, die Eine-Welt-Arbeit zu unterstützen“, sagt Herbert Johannes, langjähriger Vorsitzender der Kolpingfamilie.

In den 1970er Jahren engagierte sich der Verein beispielsweise gemeinsam mit dem damaligen Präses, Pater Werner Skowronek, für Projekte der Salvatorianer-Missionare in Afrika. Später rückte über die Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier Lateinamerika in den Fokus. Seit 1976 gibt es die Osterrosenaktion – nach den Gottesdiensten verkauft die Kolpingsfamilie vor der Kirche die Blumen aus fairem Handel. „Alleine durch diese Aktion wurden bis einschließlich 2017 rund 43 600 Euro für den guten Zweck gesammelt“, freut sich Johannes.

Aber auch in Saarburg sind die Kolpingbrüder und -schwestern im Einsatz. Als Partner der Aktion „Demokratie leben“ engagieren sie sich seit 2015 mit weiteren Partnern gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Ausgrenzung.

Auch Volkstanz gehörte schon zu den Angeboten der Kolpingsfamilie Beurig. Das Bild stammt von Diözesantag 1980. Foto: Kolpingsfamilie Beurig
Eine Ehrung  bei der Kolpingsfamilie in Beurig im Jahr 1998. Foto: Kolpingsfamilie Beurig

Der Verein hat auch die Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie übernommen. Im Mehrgenerationenhaus richteten Kolpingsfamilie, TuS Fortuna Saarburg und die Reitsportgemeinschaft ein inklusives Sport- und Spielefest für Menschen mit und ohne Behinderung aus. Am ersten Montag eines Monats lädt der Verein Experten ein, die über aktuelle Themen informieren wie beispielsweise Patientenverfügungen. Sportliches und Geselliges gehören ebenfalls zur Angebotspalette, so Volleyball, Männerkochgruppe, Fastnachtswagenbau, Seniorengruppe oder Wanderungen. Über diese Aktivitäten ist die Kolpingsfamilie vernetzt mit anderen Beuriger Vereinen. Für sie ist es daher nur konsequent, gemeinsam mit ihnen den 70. Geburtstag zu feiern.

Mehr von Volksfreund