Die ersten Schritte zum Radweg

WINTERSDORF/METZDORF. (ph) Für die beiden angrenzenden Gemeinden ist es ein erster Schritt hin zu einem noch scheinbar weit entfernten Ziel: Bis die Genehmigung des Radwegs entlang der Sauer zwischen Wintersdorf und Metzdorf abgeschlossen ist, kann die ehemalige Bahntrasse zumindest zu Fuß benutzt werden.

Mehrere Tage lang war Joachim Otto, Revierleiter des Forstreviers Euren, mit einigen seiner Mitarbeiter und den Gemeindearbeitern aus Ralingen und Langsur auf der ehemaligen Bahntrasse beschäftigt. Sie schnitten Bäume und Sträucher ab und ebneten mit dem gehächselten Gehölz die etwa 2,7 Kilometer lange Strecke ein. Die sei nun nicht Forst-, Fuß- und Wanderweg zu gebrauchen, sagte Otto. Initiiert hatten die Aktion, die nach Auskunft von Ralingens Ortsbürgermeister Oswald Disch etwa 3000 Euro gekostet hat, die beiden Gemeinden Ralingen und Langsur, die sich auch die Kosten teilten. "Das ist jetzt ein erster Schritt gewesen", sagte Disch. Ein erster Schritt zu einem Rundkurs für Radfahrer, der von Ralingen nach Metzdorf, dort über die Sauerbrücke und auf luxemburgischer Seite zurück führen soll. Die Radwege für diese familienfreundliche Ausflugsstrecke bestehen bereits - bis eben auf das kleine Stück zwischen Wintersdorf und Metzdorf. Hier müssen Radfahrer nach wie vor auf die in diesem Bereich nicht ausgebaute Bundesstraße 418 ausweichen, was Disch für "immens gefährlich" hält. Bereits in den 80er Jahren habe die Gemeinde Ralingen die Anfang der 70er Jahre still gelegte Bahntrasse für umgerechnet 125 000 Euro gekauft. Doch seitdem liegt das Projekt mehr oder minder auf Eis. Der Grund: im Laufe der Zeit haben sich stellenweise mineralische Ablagerungen - Sinter - gebildet, die nach Dischs Angaben die Naturschützer auf den Plan riefen. Bis deren Eingaben entschieden seien, könne der Radweg nicht gebaut werden. Dabei sei die Strecke so reizvoll, "dass sie den Menschen wieder zugänglich gemacht werden muss", findet der Ralinger Ortsbürgermeister. Dieser Ansicht ist auch sein Langsurer Kollege Karl-Heinrich Orth: "Es ist landschaftlich sehr schön dort." Seit zwei Jahrzehnten setze sich seine Gemeinde für den Bau des Radweges ein - "doch seitdem ist Stillstand." Vielleicht kommt Bewegung in die Sache. Bruder Zufall hat den zwei Gemeinden ein weiteres Argument für ihre Pläne in die Hände gespielt: Bei den Rodungsarbeiten seien Schäden am Unterbau der Bundesstraße festgestellt worden, berichtete Ortsbürgermeister Disch. Und sollten dort demnächst tatsächlich schwere Baufahrzeuge anrollen müssen, dürfte eine Befestigung der Bahntrasse Notwendigkeit werden.