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Die Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch hat ihren neuen Kirchplatz eingeweiht.

Kirchen : Signal in Corona-Zeiten: Es geht weiter!

Die Evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch hat ihren neuen Kirchplatz eingeweiht.

Groß gefeiert werden konnte coronabedingt zwar nicht. Doch zumindest eine kleinere Gruppe hat sich davon überzeugen können, dass der neu geschaffene Kirchplatz gelungen ist. Ein Parkplatz neben der evangelischen Kirche in Hermeskeil wandelte sich zum Treffpunkt für die gesamte Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch wie für Besucher. Umrahmt von Grün und mit neu gepflanzten Bäumen sowie mit Sitzgelegenheiten, lädt er dazu ein, einander zu begegnen. Für ein einheitliches Gesamtbild sorgt das für die Fläche ausgesuchte Pflaster. Es ist ebenso vor der nun barrierefreien Kirche verlegt und in der Hotelzufahrt zwischen Platz und Kirche. Das verbindet nicht nur optisch. Es steht auch für das in der Gemeinde gelebte Miteinander.

Als Kirchengemeinde wollten sie ja nicht nur nach draußen schauen, erklärte Pfarrerin Heike Diederich. Daher öffne sich der Kirchenraum „in das Draußen, in die Gesellschaft hinein“. Damit bleibe er bisher offen auch für Konzerte und andere kulturelle Darbietungen für alle Interessierten. Um Menschen zu erreichen, sei es wichtig, Kirchen in der Jetztzeit zu verändern. Und das insbesondere in belastenden Zeiten wie infolge der Corona-Pandemie und mit aktuell mehr als 50 Infizierten in der Hermeskeiler Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) sowie den Flüchtenden in Seenot. Umso mehr brauche es statt eines Geistes der Furcht einen „Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“, der auch mal die eigenen Interessen für Andere zurücknehme. Die Baustelle in Corona-Zeiten sei für sie daher auch ein starkes Zeichen dafür, dass es weiter gehe und ein Signal in die Zukunft.

Der neu gestaltete Platz beschließt dreijährige Innen- und Außenarbeiten an der Kirche (der TV berichtete). Laut Michael Thomas, Stellvertretender Verwaltungsleiter des Evangelischen Kirchenkreises Trier, wurde insgesamt „nicht ganz eine halbe Million Euro“ investiert. Darin etwa 230 000 Euro für den Begegnungsplatz, gefördert mit zirka 130 000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. Die Arbeiten hätten sich zwar etwas hingezogen, was sich rückblickend aber gelohnt habe. Als Beispiele nennt er die beiden barrierefreien Zugänge, einen über den Haupt- und einen über einen Seiteneingang, und die Zusammenarbeit mit der Stadt. Sie habe das Grundstück zur Verfügung gestellt und sich auch an den Kosten für die Aufwertung des zentralen Platzes und der mitausgebauten Stichstraße zum Hotel beteiligt. Mit dem Abschluss der Arbeiten zwei Tage vor der Einweihung sei eine Punktlandung geglückt, da Ende August alles fertig sein musste.

Die Arbeiten am Gebäude begleitete das Kaseler Architekturbüro Stein Hemmes Wirtz, die Platzgestaltung das Trierer Planungsbüro Ernst und Partner. Musikalisch umrahmt wurde die Kirchplatz-Einweihung von Jörg Weber, Superintendent des Kirchenkreises Trier, und Verwaltungsamtsleiter Heiko Nagel, die seit einigen Jahren auch als Gitarristen und Sänger unterwegs sind.