Die Felsenschänke bleibt zu

BEUREN-PROSTERATH. Die Weichen für die Zukunft der Prosterather "Felsenschänke" sind gestellt. Wenn sich binnen drei Monaten kein Pächter findet, werden Haus und Hof verkauft.

Ein Haus wie die Prosterather "Felsenschänke" muss sich ein Dorf erst einmal leisten können. Bis Jahresende dürfte sich das Defizit von vier Jahren auf etwa 14 000 Euro summieren. Den dicksten Brocken davon musste die Gemeinde Beuren mit ihrem Ortsteil für Renovierungen in 2005 schultern. Nach dem Auszug des damaligen Pächters sollte sich das Haus einem etwaigen Nachfolger von seiner besten Seite zeigen. Doch bisher hat sich trotz diverser Nachfragen kein solcher finden können für das Lokal, das neben einer Wohnung auch über ein gastronomisch nutzbares Hofgelände verfügt. Die Gemeinde will nun Nägel mit Köpfen machen. Ortsbürgermeister Manfred Köhl soll über die Tagespresse einen letzten Versuch starten, das Anwesen zu vermieten. Sollte sich innerhalb drei Monaten kein Anwärter finden, werden Haus und Hof zum Verkauf angeboten. Dabei schien dem um 1970 am Standort der früheren Volksschule errichteten Kommunikationszentrum noch vor zehn Jahren eine rosigere Zukunft beschieden. Damals liefen die Prosterather Bürger, die seit Anfang der 70er-Jahre zu Beuren gehören, Sturm gegen einen Verkauf, zu dem die verschuldete Gemeinde keine Alternative sah. Die Prosterather gründeten sogar einen Verein, die "Interessengemeinschaft Felsenschänke" (heute: "Dorfgemeinschaft") und wechselten sich fast vier Jahre beim Ausschank ab. Bis sie einen privaten Pächter für das Lokal fanden. Doch der Sturm hat sich längst gelegt. Die Euphorie der ersten Jahre ist der Erkenntnis gewichen, dass es gar nicht so einfach ist, sich als Gastwirt zu behaupten. Köhls Vorschlag, sich nach längstens drei Monaten auf Basis eines Wertgutachtens nach einem Käufer umzutun, widerspricht daher keiner im Rat. Einzig die Frage wird geäußert, ob Lokal und Wohnung weiter nur zusammen vermietet werden. Was Köhl bejaht: "Sonst stünden die Räume unten ja leer und das ist nicht gut für das Haus." Außerdem sei es unzumutbar, beides getrennt zu vermieten. Die Bürger sehen das wohl nicht anders. Unter dem guten Dutzend, das zu der Sitzung gekommen ist, regt sich jedenfalls kein Widerspruch. Im Gegenteil: "Wenn wir die Gaststätte heute noch hätten, ginge das nicht mehr so - das ist ja überall zurück gegangen", ist ein Bürger überzeugt. Und das Haus auf Dauer leer stehen lassen, sei nicht gut, findet Ratsmitglied Albert Schuh, selbst Prosterather. Einig ist sich das Gremium auch in punkto Neuordnung der Forstreviere. Köhl beanstandet lediglich, dass den Kommunen letztlich keine Alternative geblieben sei. "Wenn wir uns nicht durchgerungen hätten zu größeren Revieren, hätte die Aufsichtsbehörde gesagt, ihr gebt zu viel Geld aus." Unter diesem Druck schließe sich daher auch Beuren dem "gezwungenermaßen" an. Die Gemeinde spare jedoch so künftig jährlich 3000 bis 3500 Euro an "Beförsterungskosten", hebt Forstamtsleiter Bernhard Buss den lukrativen Nebeneffekt größerer Reviere hervor.