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Die Freiwillige Feuerwehr Saarburg freut sich über wenige Einsätze in den schwierigen Zeiten der Pandemie.

Corona-Krise : Feuerwehr dankt umsichtigen Bürgern

Die Freiwillige Feuerwehr Saarburg freut sich über wenige Einsätze in den schwierigen Zeiten der Pandemie. Ganz sicher sind sich die Verantwortlichen bei den Ursachen dafür allerdings nicht.

Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild: 2019 ist die Freiwillige Feuerwehr Saarburg 129 Mal ausgerückt, also etwa elf Mal pro Monat. In dieser Art ging auch das Jahr 2020 los. Im Januar waren die Einsatzkräfte zwölf Mal unterwegs, im Februar acht Mal. Dann kam die Pandemie, und die Zahlen brachen ein. Im März waren es noch drei Einsätze, im April sechs und im Mai vier.

Dabei hatte Kurt Mettlach, der stellvertretende Wehrführer von Saarburg, das genaue Gegenteil erwartet. Er sagt. „Als es losging mit Corona, dachte ich: Oje, jetzt sind viele Leute und auch Kinder zu Hause. Da gehen die Einsatzzahlen sicher hoch, denn das ist normalerweise so.“

Doch in Zeiten der Pandemie ist offensichtlich nichts normal Die Zahl der Einsätze sank laut Mettlach deutlich. Doch warum? So ganz genau wissen das die Feuerwehrleute nicht. Mettlach sagt: „Da kann man nur Mutmaßungen anstellen.“ Ein Teil des Rückgangs ist sicherlich durch den verringerten Straßenverkehr zu erklären. Denn der hat die Zahl der Unfälle und damit auch der Feuerwehreinsätze sinken lassen. Aber sonst? Mettlach mutmaßt: „Die Eltern passen offensichtlich gut auf die Kinder auf.“ Und weiter? Sind die Menschen eher entspannt, weil sie viel zu Hause sind, und verursachen deshalb weniger Brände, die laut Mettlach ja oft durch Unachtsamkeit entstehen?

Laut Stephan Klang, Mann für die Öffentlichkeitsarbeit der Wehr, ging es in etwa 40 Prozent der Einsätze der Saarburger Wehr im vergangenen Jahr um Brände, in weiteren 40 Prozent ging es um technische Hilfeleistungen bei Unfällen oder auch Unwettern, bei denen beispielsweise Bäume umfallen. Vielleicht war auch das Wetter zumindest in Saarburg in den vergangenen Wochen günstig?

Welche Gründe auch immer mitgespielt haben beim Absinken der Einsatzzahlen: Die Feuerwehrleute sind überzeugt davon, dass die Menschen das Ihre dazu beigetragen haben und vorsichtig und aufmerksam waren. Kurt Mettlach hatte deshalb die Idee: Da könnte man sich mal bedanken. Gesagt getan: Aus diesem Grund ist das Bild entstanden, das der TV anbei veröffentlicht.

Besonders froh sind die Feuerwehrleute, dass sie gerade in Zeiten von Corona nicht so oft rausgerufen werden. Denn die Pandemie stellt sie vor besondere Herausforderungen. So müssen auch die Einsatzkräfte Abstand halten und Maske tragen, wenn es eng wird wie beispielsweise im Feuerwehrauto. Geht es darum, Menschen zu retten, ist auch ein Einmalschutzanzug über der Feuerwehruniform vorgeschrieben. Im schlimmsten Fall soll ein Atemschutzgerät getragen werden.

Weitere Besonderheiten in Zeiten der Pandemie: Um den Betrieb im Feuerwehrhaus zu reduzieren, hat die Saarburger Wehr ihr Einsatzteam auf 17 Personen beschränkt, die in der Regel auch zu Hause erreichbar sind, weil sie nicht auswärts arbeiten derzeit. Weitere Kräfte können bei Bedarf nachalarmiert werden. Normalerweise gehören alle 50 Wehrleute zum großen Einsatzteam, doch nur im Ausnahmefall sind alle zu erreichen und werden auch gebraucht.

Die Übungen der Wehr, die sonst alle 14 Tage stattfinden, sind genauso wie die Fortbildungen eingestellt. Der stellvertretende Wehrführer Kurt Mettlach versichert, dass deshalb die Sicherheit nicht leide. Doch sagt er auch: „Da baut sich eine Lawine auf.“ Alles müsse nachgeholt werden. So haben die Saarburger beispielsweise kurz vor Corona ein neues Fahrzeug bekommen, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10). Damit üben konnte aber erst ein kleiner Teil der Wehr.

Und die Feuerwehrleute brennen offensichtlich darauf, wieder aktiv zu werden. Mettlach sagt: „Ich werde alle fünf Minuten per Whatsapp gefragt, wann es wieder losgeht. Aber das ist noch nicht klar. Und wenn wir beginnen, dann mit Übungen in kleiner Besetzung.“ Klang berichtet von einem Gespräch mit einem jüngeren Kollegen, der seine zwei bis drei Feuerwehrtermine mit Schulungen und Einsätzen pro Woche vermisst. Und nicht nur das. Auch die Gemeinschaft fehlt ihm. Da geht es dem Feuerwehrmann wohl nicht anders als anderen Menschen.