Die Fronten bleiben verhärtet

Die Wiltinger kämpfen weiter für die neue Saarbrücke am neuen Standort. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) malt diesen Plänen keine guten Chancen aus, das Verkehrsministerium versagt die Förderung einer alternativen Planung.

Wiltingen. Es bleibt beim Für und Wider: Während sich zahlreiche Wiltinger Bürger den dringend notwendigen Neubau der Wiltinger Brücke an einem ortsnäheren Standort wünschen (der TV berichtete), gehen die vom Kreis und Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier angestrebten Planungen für einen Bau am alten Platz weiter. Inzwischen gibt es auch von den Landesbehörden Stellungnahmen, die den Anstrengungen der Bürger entgegenstehen. Die SGD Nord beharrt auf ihrer Position, was sowohl den Lückenschluss des Saarradweges zwischen Kanzem und Wiltingen als auch den Neubau der Saarbrücke angeht. "Aus Sicht der SGD Nord sind auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt für beide Projekte keine naturverträglicheren Lösungen erkennbar", schreibt Sachbearbeiter Robert Stüber. Es bestehe die Gefahr, dass der Bau einer Straßenbrücke auf Höhe Rauhof/Kläranlage die Erhaltungsziele des Naturschutzgebietes und den Artenschutz gefährden könne. Er kommt zum Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Dinge und "angesichts der vorliegenden, naturverträglicheren Alternativen eine Genehmigungsfähigkeit kaum zu erreichen sein dürfte".

Auch aus Mainz kommen Signale, die eher für einen Brückenneubau am alten Standort sprechen. "Hinsichtlich der Frage nach Fördermöglichkeiten der Planungen einer Brücke an einem Alternativstandort durch die Kommunen muss ich Ihnen (Landrat Günther Schartz, Anm. d. Red.) leider mitteilen, dass auf der Grundlage des Entflechtungsgesetzes keine Möglichkeiten zur Förderung von Planungen bestehen", schreibt Carsten Kühl, Staatssekretär im Verkehrsministerium. Das Schreiben ist dem Kreistag in nicht-öffentlicher Sitzung präsentiert worden.

Die Wiltinger halten weiter an ihren Forderungen fest. Parteiübergreifend besteht der Konsens: Die neue Brücke soll am neuen Standort gebaut werden. "Wir geben uns nicht geschlagen", sagt Lutwin Ollinger (CDU). Der Ausbau der K 147 und der Bau der Brücke am alten Standort stellen für ihn einen größeren Eingriff in die Natur dar als eine Brücke am neuen Platz. "Ich erwarte ein Entgegenkommen des Landes, sich an den Kosten für eine alternative Brückenplanung zu beteiligen", sagt Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger (SPD). Es könne nicht sein, dass die Gemeinde mit der Bereitstellung der Naturschutzflächen nur Nachteile habe.

Die nächste Möglichkeit für weitere Diskussionen bietet der Erörterungstermin am Montag, 6. Juli, ab 10 Uhr im Bürgerhaus Wiltingen. Dort werden die eingereichten Einwände zu den offengelegten Plänen eines Brückenneubaus am gewohnten Standort besprochen.

Für Ollinger stellt die Terminierung am Morgen eines Werktags eine "Unverschämtheit" dar. Viele Bürger müssten um diese Zeit arbeiten. LBM-Leiterin Edeltrud Bayer sagt, dass es üblich sei, solche ganztägigen Termine in den normalen Geschäftszeiten abzuhalten. Dadurch, dass der Termin bewusst nicht in den Ferien stattfinde, gebe es eine Berücksichtigung der Bürgerinteressen. Wer seine Einsprüche zu einer bestimmten Tageszeit behandelt wissen will, sollte sich vorab beim LBM zwecks grober Absprache melden.