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Die Gastronomie läuft schleppend wieder an

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarburg/Konz/Nittel/Kell am See : Die Gastronomie läuft schleppend wieder an

Restaurantbetreiber kritisieren die aufwändigen Auflagen. Einige schauen dennoch optimistisch in die Zukunft.

 Beate Bier gehört zu den wenigen Gastronomen in Saarburg, die ihren Betrieb am Mittwochmittag geöffnet haben. Sie managt die Brasserie am Buttermarkt und sagt am Nachmittag: „Der Betrieb war mäßig, der Aufwand immens.“ Ihr Laden lebe normalerweise von der Laufkundschaft. Es sei schwierig, diese zum Reservieren zu bringen. Zudem fehlen die Touristen. Viel Arbeit bereitet es Bier und ihrem Team, die Daten der Besucher einzusammeln. Bier: „Wir brauchen fast noch jemanden, der sich nur darum kümmert.“ Sie fragt sich, wie sie  das schaffen soll, wenn, wie erhofft, am Wochenende wieder mehr Gäste kommen.

Ihre Karte hat die Gastronomin reduziert auf kleinere Gerichte. „Zum einen sind die Lebensmittel teurer geworden, zum andern werfe ich nicht gerne etwas weg“, stellt sie fest. Dennoch kann sie dem Ganzen auch Gutes abgewinnen: „Wir freuen uns, die Menschen wiederzusehen, und die sind froh, wieder rauszukommen. Die Besucher sind auch sehr mitteilsam. Das macht dann wieder Spaß.“ Zudem gehe es darum, auch wieder Geld zu verdienen. Die Reserven seien aufgebraucht. Peymanh Parastephanah vom Restaurant am Wasserfall schräg gegenüber bewertet den ersten Tag positiv. Sie sagt: „Ein paar Gäste waren schon da und die hatten keine Probleme damit, die Hände zu desinfizieren und ihre Adresse da zu lassen.“

Auch im Ratskeller in Konz ist der Betrieb überschaubar. Cilli Rohn meint: „Wir versuchen durchzustarten, hätten aber lieber zu gelassen. Heute hatten wir für draußen keine Reservierungen, sondern nur für drinnen. Aber am ersten Tag haben wir auch nicht viel erwartet.“ Nur die Hälfte der Sitzplätze stehe wegen der Abstandsregelung zur Verfügung. Dass die Gäste Name und Anschrift hinterlassen müssten, stoße viele ab. Dass auch draußen Plätze zugewiesen werden müssten ebenfalls. Das Wirtshaus Roscheider Hof bietet eine ausführliche Speisekarte an. Bei ihm ist der Betrieb am frühen Mittwochmittag noch spärlich, aber die Wirtsleute haben bei den Auflagen nichts anderes erwartet.

In der Weinstube Apel in Nittel war es laut Harald Apel am Mittwochmittag recht ruhig. Ein bisschen was habe man mit den 20 Gästen aber schon zu tun gehabt, sagt der Gastronom. Er schaut optimistisch auf den Abend und die kommenden Tage, für die er bereits recht viele Reservierungen erhalten hat. Bei schönem Wetter und voraussichtlich offenen Grenzen für die Luxemburger erwartet er am Wochenende einen Run auf die Terrasse. Apel: „Wir mussten uns erstmal eingewöhnen mit den vielen Auflagen. Aber es hat ganz gut funktioniert.“ Viel Aufwand sei das Reinigen der Toiletten alle ein bis zwei Stunden.

Ansonsten müssen die Gastronomen Desinfektionsmittel für die Gäste bereitstellen, die Tische mit ausreichend Abstand platzieren, und die Bediensteten müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die umfangreichen Regeln werden zumindest stichprobenartig von den Ordnungsämtern kontrolliert, wie es in den Rathäusern in Saarburg, Konz und Hermeskeil heißt. Und prompt hatte Harald Apel auch am Mittwoch schon Besuch vom Ordnungsamt. Er sagt: „Wir haben einige Hinweise erhalten, zum Beispiel, dass wir alles von den Tischen entfernen müssen. Also haben wir die Kerzen und die Blumen, die wir extra besorgt haben, wieder abgeräumt.“ Apel nimmt all die Auflagen gelassen hin. Man wolle, dass alle gesund blieben, erklärt er.

Michael Krämer vom Hotel/Restaurant Zur Post in Kell am See stößt sich da schon mehr an den kahlen Tischen. Er sagt: „Das ist nicht gemütlich. Da fällt es schwer, gute Stimmung zu verbreiten.“ Überhaupt hat er die Stimmung bei der überschaubaren Zahl an Gästen am ersten Tag eher als gedrückt empfunden. Dies schreibt er auch der kalten Witterung zu, bei der alle hätten drinnen sitzen müssen.

Doch Krämer bemüht sich, seine Kunden bei Laune zu halten. So hat er die Namensregistrierung, die ihm zufolge teilweise auf Missfallen stößt, vereinfacht. Der Hotelier hat einen Meldezettel zum Ausdrucken auf seiner Homepage veröffentlicht, den die Besucher einfach ausgefüllt mitbringen können. Krämer hofft auf das bessere Wetter, das vorhergesagt ist, und darauf, dass die Leute dann die Terrasse und den Blick ins Grüne genießen können.

Optimistisch stimmt den Keller aber auch noch etwas anderes: Übernachtungen würden wieder gut gebucht. Er sieht Urlaub in Deutschland im Aufwind.