Die Gemeinschaft leben und erleben

Die Gemeinschaft leben und erleben

HERMESKEIL. (jolo) Adolph Kolpings Richtlinien, die er auf den Säulen Arbeit, Politik, Gesellschaft und Familie begründete, sind wieder aktueller denn je. Das sagt die Hermeskeiler Kolpingfamilie, die heute 100 Mitglieder zählt.

"Gott segne das ehrbare Handwerk", lautete auch in Hermeskeil der Vereinsgruß des Katholischen Gesellenvereins. Er drückte aus, wozu sich junge Handwerksgesellen im Geiste Adolph Kolpings regelmäßig versammelten. Vordergründig wollten sie in einer Zeit, die durch Armut, Arbeitslosigkeit und geringe Freizeitmöglichkeiten geprägt war, unter Gleichgesinnten Gemeinschaft erleben. Das taten sie bei Wanderungen und Ausflügen, bei Gesang, Musik und Theaterspiel. Tieferes Anliegen war jedoch die berufliche und allgemeine Weiterbildung auf der Basis eines bekennenden Christen. Der am 8. Dezember 1813 in Kerpen geborene Adolph Kolping hat nicht nur dem Kolpingwerk und den 2800 deutschen Kolpingfamilien seinen Namen gegeben, sondern sein Handeln und Wollen prägt bis heute die 276 000 Kolpingschwestern und -brüder.Neuer Anlauf mit Mut und Fantasie

Die Hermeskeiler Kolpingfamilie, wurde 1922 als Katholischer Gesellenverein gegründet. An der Spitze steht der Präses, ein vom Gesamtvorstand gewählter katholischer Priester. Erster Präses in Hermeskeil war Kaplan Friedrich Holzer. Fortan prägten viele der bestimmten Oberhäupter die soziale Vereinigung im Hochwald. 1973 löste sich die Hermeskeiler Kolpingfamilie auf. Doch am 12. November 1982 folgte ihre Neugründung. Der neue Hoffnungsträger hieß Otfried Stertenbrink, der seit 1982 bis heute Präses ist. Mit Mut und Fantasie und trat die Kolpingfamilie der Hochwaldmetropole in eine neue Phase ihrer Vereinsgeschichte ein. Erstmals waren auch Mädchen und Frauen dabei. Inzwischen gibt es eine Theater-, Reise- und Briefmarkengruppe. Andere kümmern sich um die Bildungsarbeit. Jeden Monat finden mindestens zwei Veranstaltungen statt. Im Januar ist die Jahreshauptversammlung mit Jahresrückblick, wobei alle drei Jahre der Vorstand gewählt wird. Hinzu kommt stets ein Referat zu einem interessanten Thema. Im Februar folgt eine Bildungsveranstaltung mit kurzweiligen Vorträgen. An Fastnachtsdienstag geht es zum traditionellen Heringsessen. Guter Brauch der Kolpingfamilie ist einmal im Jahr die Fußwallfahrt ins 20 Kilometer entfernte Berglicht zur "Mutter vom Berge". Bei allen Veranstaltungen sind Gäste stets willkommen. Über Christi Himmelfahrt geht es fünf Tage lang auf große Fahrt - diesmal nach Südtirol. Jedes zweite Jahr ist der Bolivientag und alle vier Jahre ein Hunger- und Solidaritätsmarsch - in diesem Jahr am 15. Juni. Wer am Hungermarsch nicht teilnimmt, aber von einem der Wanderer geworben wurde, muss pro erwanderter "Kolping-Meile" einen bestimmten Betrag spenden. Der Erlös geht nach Sucre/Bolivien. Seit 1987 unterstützt die Kolpingfamilie Hermeskeil dort die Schwestern des "Marianischen Instituts". Weitere Aktionen in 2003 sind ein Kegelabend, Grillen an der Pfadfinderhütte, eine Besichtigung des Besucherbergwerks im saarländischen Velsen, ein Besuch der Bischöflichen Weingüter Trier sowie der Kolping-Gedenktag im Dezember. "In der heutigen gesellschaftlichen Situation lebt der soziale Kolpinggedanke wieder neu auf, ob es bei der Arbeit, in der Gesellschaft oder in der Familie ist", sagt Stephanie Nickels, die bei der Hermeskeiler Solidargemeinschaft für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Interessierte können sich unter Telefon 06503/7275 oder 0160/91852351 melden.

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