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Jubiläum: Die Geschichte einer Ehe im Konzer Tälchen

Jubiläum : Die Geschichte einer Ehe im Konzer Tälchen

Als sich am 16. Februar vor 65 Jahren Maria und Alfred Schmitt ihr Jawort gaben, dachten sie gewiss nicht daran, dass sie im Februar 2020 ihre „Eiserne Hochzeit“ mit Schneeglöckchen und blühenden Krokussen im Vorgarten feiern könnten.

Im Gegenteil – der kirchliche Hochzeitstag fand am Tag nach der Weiberfastnacht mitten im Winter statt. Auf den Hochzeitsfotos steht das Brautpaar zusammen mit seinen Eltern im Schnee.

Geboren wurden die beiden in derselben Straße, der damaligen Dorfstraße in Niedermennig: Maria Hennen 1931 in der Nummer 30 und Alfred Schmitt 1927 in der Nummer 4, wo seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft betrieben. Ihre Kindheit verbrachten die beiden gemeinsam mit ihren Geschwistern und den Nachbarskindern. 1933 wurde Alfred, 1938 Maria in die einklassige Niedermenniger Volksschule eingeschult.

Der Zweite Weltkrieg begann für sie mit einer langen Fahrt. Mit beiden Müttern und Geschwistern ging es ins Ostseebad Wustrow zur sogenannten Freimachung West. Die Väter blieben zu Hause. Doch schon nach etwas mehr als vier Wochen nach Ende des „Polenfeldzugs“ holten die Väter ihre Familien ins Tälchen zurück.

Alfred beendete im Sommer 1941 seine Volksschulausbildung und wechselte auf eine Lehrerbildungsanstalt in Bettemburg im besetzten Luxemburg. Maria ging noch zur Schule und musste hart auf dem Bauernhof der Familie arbeiten.

Während Alfred nach dem Weltkrieg am Gymnasium Saarburg in einem Sonderlehrgang die mittlere Reife erreichte und ab 1950 die Ingenieurschule in Trier besuchte, war Maria nach der Schulentlassung weiter Mädchen für alles in ihrer Familie. Zwar blieben die beiden in Kontakt und konnten an Fastnacht und Kirmes im Gasthaus Palm miteinander tanzen, aber es dauerte doch bis August 1954, dass Marias Eltern mit der standesamtlichen Heirat einverstanden waren. Obwohl das Paar verheiratet war, musste es noch bis zur kirchlichen Trauung am 16. Februar 1955 warten und bei der jeweiligen Familie wohnen. Besuche gab es nur unter Aufsicht. So waren die strengen dörflich-katholischen Regeln.

Alfred hatte inzwischen 1952 seine Ingenieurausbildung als Diplomingenieur FH erfolgreich beendet und war am Staatsbauamt Trier angestellt worden. Er gehört außerdem zu den wenigen noch lebenden Vereinsmitgliedern, die am 16. November 1946 den SV Tälchen Krettnach im Gasthaus Palm in Obermennig gegründet hatten. Als Fußballer war er in den Mannschaften des SV in den 1950er Jahren auch in der zweiten Amateurliga bis 1964 aktiv und engagierte sich im Vorstand des Vereins.

Im Oktober 1956 kam ihr erstes Kind zur Welt, das jedoch bei der Geburt verstarb. Zwei Jahre später wurde Tochter Heike geboren, die mit ihrem Mann eine Apotheke betreibt. Ihre drei Enkelkinder, wie Maria und Alfred stolz erzählen, seien allesamt ebenfalls Apotheker geworden. 1963/64 baute sich das Paar sein Haus, in dem sie heute noch wohnen – fast alles machten die beiden in Eigenleistung, von der Planung bis zur letzten Steckdose.

Auch nach dem aktiven Arbeitsleben engagierte sich Alfred Schmitt noch intensiv beim Fußballverein im Ort.