Die Halle und das Haushaltsloch

HERMESKEIL. Die Hochwaldhalle und das Heimatmuseum sind nicht die Hauptverursacher des hohen Haushaltsdefizits der Stadt Hermeskeil - so sieht es Stadtbürgermeisterin Ilona König.

Selten hat ein einziges Bauwerk so viele Funktionen erfüllt. DieHochwaldhalle dient Hermeskeil als Stadthalle - die erste in derGeschichte der Hochwaldstadt. Die Halle deckt außerdem denRaumbedarf der Rektor-Bach-Hauptschule und derErich-Kästner-Realschule für den Sportunterricht undSchulveranstaltungen und steht den Vereinen für sportliche Zweckesowie kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zurVerfügung. Die Stadt wird der Verbandsgemeinde - diese ist Trägerin der Halle - jährlich 25 Prozent der Nettokosten erstatten.

Der Vertrag regelt außerdem genau, welche Auswirkungen die Doppelfunktion des 2000 eingeweihten Bauwerks auf den Belegungsplan hat.

Überprüfung der jährlichen Belastungen

Stadtbürgermeisterin Ilona König hatte dem Rat zwei Kostenaufstellungen mitgebracht: "Es wird oft gesagt, die Hochwaldhalle und auch das Heimatmuseum seien angesichts eines Haushaltsdefizits von über 700 000 Euro zu teuer. Ich habe mir die jährlichen Belastungen mal ganz genau angesehen."

Demnach schlägt sich die Hochwaldhalle im Schuldendienst der Stadt Hermeskeil mit einer jährlichen Belastung von 90 000 Euro nieder, beim Heimatmuseum sind es 60 000 Euro. König: "Man sieht also deutlich, dass diese beiden wichtigen und aus Sicht der Stadt absolut notwendigen Projekte keineswegs im Alleingang das hohe Haushaltsdefizit verursachen, sondern nur einen kleinen Teil der Lücke im Etat bilden."

Es hatte in den letzten Wochen eine lange Diskussion um die Kostenverteilung gegeben. 25 Prozent hielten einige Mitglieder des Stadtrats für zu hoch (der Trierische Volksfreund berichtete). "In einer Solidargemeinschaft zahlt der Stärkere eben mehr als der Schwächere", so lautete die Argumentation von Bürgermeister Michael Hülpes.

"Die Hochwaldhalle ist durch Ausstattung und Nutzungsordnung als Stadthalle definiert. Es gibt darin keine harten Sportarten, um die Nutzung als Festhalle nicht zu gefährden. Mit 25 Prozent ist die Stadt doch gut bedient", betonte der Verwaltungschef.

SPD und CDU hatten sich schließlich dieser Sichtweise angeschlossen.

Der Schulterschluss mit der Verbandsgemeinde sei enorm wichtig, hatte CDU-Fraktionssprecher Karl Heege betont. SPD-Fraktionschef Sigurd Hein erinnerte daran, dass auch mal von 40 Prozent die Rede gewesen sei.

FWG stimmt gegen den Vertrag

Der Stadtrat stimmte schließlich mehrheitlich zu, die beiden einzigen Gegenstimmen kamen von der FWG. Es bleibt bei einem Stadtanteil von 25 Prozent.

Das seit Jahren angekündigte Heimatmuseum, ein weiteres beliebtes Thema in den Haushaltsdebatten der letzen drei Jahre, soll endgültig im Juni eröffnet werden.