Die Handschellen klicken seltener

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54,5 statt 59 Prozent: Der Anteil der Straftaten, die die Saarburger Polizeiinspektion 2011 aufgeklärt hat, ist niedriger als in den Jahren zuvor. Dennoch spricht der Chef der Saarburger Kripo von einem guten Jahr.

Saarburg/Konz. Sie brachen Außentüren und Fenster auf, durchwühlten Räume, schnappten sich das Bargeld, das sie finden konnten, und ließen Chaos zurück: Drei Männer haben im vergangenen Jahr mit einer Einbruchsserie in der Verbandsgemeinde (VG) Konz die Polizeiinspektion (PI) Saarburg auf Trab gehalten. Dann hat die Saarburger Kripo das Trio ausfindig gemacht. Bei der Kriminalpolizei geht jeder dieser 40 Einbrüche als "schwerer Diebstahl" in die Statistik ein. Insgesamt hat die PI Saarburg 1874 Straftaten registriert (siehe Extra). Das sind weniger als in den Jahren zuvor. 2010 waren es noch 2090 Fälle.
Weniger aufgeklärt, trotzdem gut gearbeitet? Die Aufklärungsquote der PI Saarburg liegt mit 54,5 Prozent nicht nur unter der aus dem Jahr 2010 (59 Prozent). Sie ist auch im Vergleich mit dem gesamten Bereich des Polizeipräsidiums niedrig. "Das heißt nicht, dass unsere Arbeit schlechter ist, sondern im Grunde sogar erfolgreicher", erklärt Kriminalhauptkommissar Armin Wacht, Leiter des Kriminaldiensts der PI Saarburg. Seine Erklärung: Die PI Saarburg konnte mehr Fälle lösen, die als schwer aufklärbar gelten, bei denen also akribische Ermittlungsarbeit gefordert ist. Wie etwa schwerer Diebstahl (21,6 Prozent gegenüber 14 im Vorjahr) oder auch Sachbeschädigungen. Anders als bei Körperverletzung oder Betrug, wo die Kripo mit der Anzeige oft den Täter mitgeliefert bekommt, sind dort die Täter in der Regel nicht bekannt, die Kripo muss auf Spurensuche gehen. Und da waren die Saarburger Ermittler in diesem Jahr erfolgreicher. Da aber die Zahl der Körperverletzungen (Rohheitsdelikte) im vergangenen Jahr gesunken ist, fällt deren hohe Aufklärungsquote (91,5 Prozent) weniger ins Gewicht. Weniger Körperverletzungen sind auch darauf zurückzuführen, dass Polizei, Ordnungs- und Jugendamt bei Jugendveranstaltungen verstärkt darauf achten, dass kein Schnaps ausgeschenkt wird. Schnaps steigert, so die Erfahrung der Polizei, die Aggressionsbereitschaft. Außerdem, sagt Wacht, habe die Polizei ihre Präsenz in der Stadt Konz gesteigert - und die Zahl der Taten, die unter Straßenkriminalität fallen, ist gesunken.
Das heißere Pflaster: Konz oder Saarburg, wo sind die Menschen nun "krimineller"? Ein Indikator, um das auszudrücken, ist die sogenannte Häufigkeitsziffer. Sie setzt die Zahl der Straftaten in Beziehung zur Einwohnerzahl - und da kommt die Stadt Konz mit einer Häufigkeitsziffer von 4186 besser weg als die Stadt Saarburg (6885). Der Hintergrund: In Saarburg leben im Sommer weitaus mehr Menschen als an der tatsächlichen Einwohnerzahl ablesbar. Dann nämlich, wenn der Ferienpark, die Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze voll sind mit Urlaubern. Natürlich werden auch diese unter Umständen Opfer einer Straftat, die dann in der Statistik erfasst wird. Die Urlauber aber tauchen in den Einwohnerzahlen nicht auf. Schon ist die Quote höher.Extra

Die Straftaten im Zuständigkeitsbereich der PI Saarburg im Einzelnen (in Klammern: 2010) Rohheitsdelikte: 246 ( 292) Einfacher Diebstahl: 424 (453) Schwerer Diebstahl: 305 (271) Wohnungseinbrüche/Tageswohnungseinbrüche: 57/25 (48/22) Vermögens- und Fälschungsdelikte: 309 (406) Waren- und Warenkreditbetrug: 53 (142) Internet als Tatmittel: 64 (135) Sachbeschädigungen: 241 (284) Betäubungsmitteldelikte: 78 (71) Straßenkriminalität:389 (448) Gewaltkriminalität: 54 (79) Gewalt in engen sozialen Beziehungen: 72 (72) Insgesamt gab es in der VG Konz 1043 Straftaten, 749 in der Stadt Konz. (2010: VG: 1213/Stadt: 850). In der VG Saarburg gab es 761 Fälle, in der Stadt 439 (2010: 817/441). jka

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