1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Die Hauptstraße bleibt eine Baustelle

Die Hauptstraße bleibt eine Baustelle

Die Bagger bleiben vorerst in Karthaus: Der Stadtrat hat die Planung für den zweiten Ausbauabschnitt in der Karthäuser Straße verabschiedet. Die Arbeiten zwischen Moselstraße und Hubertusstraße dauern mindestens bis zum Jahresende.

Konz. Rot-weiße Baken, orange Warnlichter und Haufen mit Schutt und Baumaterial prägen das Straßenbild in Karthaus. Die Asphaltdeckeder Karthäuser Straße ist zum Teil abgefräst und sieht aus wie ein Flickenteppich, die Fahrbahn ist ein Hindernisparcours. Auf der zentralen Verkehrsader in Karthaus wird seit fast einem halben Jahr gebaut - so bleibt es auch mindestens bis zum Jahresende. Die Anwohner müssen weiter mit der Baustelle vor der Haustür leben. Jedenfalls hat der Stadtrat am Dienstagabend die Pläne für den zweiten Bauabschnitt verabschiedet, ein dritter folgt.
Im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt gestalten Arbeiter seit August 2014 die Karthäuser Straße zwischen Damm- und Moselstraße um (der TV berichtete). Dort sind sie drei Monate im Verzug. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung angekündigt, dass der erste Bauabschnitt Ende 2014 fertig ist. Jetzt dauern die Arbeiten wahrscheinlich bis Ende März.
Der Zeitplan war ohnehin sehr straff. Aber die Verzögerung hat mehrere Gründe: Polier Stefan Pfeifer und seine Mitarbeiter mussten zum Beispiel mehr Tiefbauarbeiten erledigen, als zunächst angenommen. Zudem waren die Leitungen und Kanäle maroder als vermutet. Hinzu kommt, dass die Arbeiter seit Anfang 2015 ohne Vollsperrung im laufenden Verkehr arbeiten müssen. Mit ihren Baumaschinen müssen sie jedes Mal die vorbeifahrenden Autos abwarten, wenn sie aus einer Lücke rausziehen. Das verzögert den Fortschritt.
"Wir könnten schneller fertig werden, wenn die Strecke gesperrt wäre", sagt Pfeifer. Täglich rechnet er mit bis zu 30 Prozent Arbeitszeitverlust wegen des laufenden Verkehrs. Es entstünden zudem Gefahren für die Bauarbeiter. Vor allem große Laster sorgen laut Pfeifer oft für heikle Situationen. Manchmal verstopften sie die enge Fahrbahn. Die Folge sind erzwungene Baupausen und Staus.
Trotz der aktuellen Probleme hat das Planungsbüro Paulus und Partner auch beim zweiten Bauabschnitt einen ebenso ambitionierten Zeitplan angesetzt. Die Ingenieure hoffen darauf, dass der Ausbau auf dem 560 Meter langen Teilstück bis zur Kreuzung Hubertusstraße noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. Baubeginn wäre demnach Mitte April. Der Auftrag würde am 31. März im Bauausschuss vergeben.
"Das ist sehr positiv gedacht", sagt Planer Edgar Mohsmann. Wie im ersten Abschnitt werden Leitungen und Fahrbahndecke erneuert sowie mehrere Einengungen und Baumbeete angelegt. Der Ausbau im zweiten Abschnitt kostet laut Verwaltung 778 000 Euro. Die Stadt Konz übernimmt davon 172 000 Euro. Den Rest teilen sich die Stadtwerke Trier (232 000 Euro) und die Verbandsgemeindewerke Konz (374 000 Euro).
Bürgermeister Karl-Heinz Frieden geht davon aus, dass im zweiten Abschnitt wieder eine Sperrung eingerichtet wird. Die Umleitung soll dann über die Römerstraße Richtung Trier und über den Parallelweg Richtung Konz führen.Meinung

Der Zeitplan muss realistisch sein
Die Karthäuser Straße wird bestimmt schöner sein, wenn die Bagger erst mal wieder abgezogen sind. Daran zweifeln vermutlich die wenigsten - auch wenn diese Aussage beim derzeitigen Straßenzustand schon viel Fantasie verlangt. Zweifel kommen aber auf, wenn Zeitpläne verkündet werden, die offensichtlich unrealistisch sind wie beim ersten Bauabschnitt. Denn durch solche Versprechungen machen Planer und Verwaltung den Anwohnern falsche Hoffnungen. Werden die Fristen dann nicht eingehalten, ist der Ärger groß. Gemecker und Frustration sind die logischen Folgen. Ein realistischer Bauzeitenplan garantiert den Dorffrieden. Wer nicht erwartet, dass die Bauarbeiter in kurzer Zeit wieder abziehen, lässt sich von dem Dreck und Lärm vor der Haustür nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Dann bleibt die Atmosphäre gut. Und das ist wichtig: In Karthaus muss schließlich in nächster Zeit noch viel getan werden. c.kremer@volksfreund.deExtra

Zwölf Anwohner der Konzer Bahnhofstraße waren am Dienstag bei der Stadtratssitzung. Die Bürger traten als Interessengemeinschaft (IG) Bahnhofstraße auf und äußerten ihren Unmut über die Pläne für den 2,1 Millionen Euro teuren zweiten Bauabschnitt in ihrer Straße. Sie fühlen sich an der Planung nicht ausreichend beteiligt und fordern neue Gespräche. Im Stadtrat fragten sie deshalb unter anderem: "Wurden Anregungen der Anwohner an den städtischen Bauausschuss weitergeleitet?" Der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden beschrieb daraufhin das routinemäßige Verfahren, in dem Bürgeranregungen innnerhalb der Verwaltung geprüft und eventuell weitergegeben würden. Schließlich meinte er: "Eine Planung erfüllt nie 100-prozentig den Anliegerwillen und nie 100-prozentig den öffentlichen Willen." Er bot den Bürgern an, zeitnah eine Versammlung einzuberufen, um mit ihnen die Planung noch einmal durchzugehen. Für die IG ist das ein Teilerfolg. "Wir wollen keine Revoluzzer sein, sondern produktiv mitgestalten", sagte einer der Anwohner gegenüber dem TV. Der Konflikt zwischen Anwohnern und Verwaltung hatte sich Ende Februar wegen einer Baumfällaktion zugespitzt. Dieser sind unter anderem drei große Linden zum Opfer gefallen, die die Anwohner lieber in ihrer Straße behalten hätten (Anwohner kämpfen für Bäume, TV vom 25. Februar). cmk