Die Hausaufgaben sind gemacht

FARSCHWEILER. Wenn andere die Füße hochlegen und den Feierabend oder das Wochenende genießen, arbeiten viele fleißige Helfer in der Schreinerei von Alois Annen. Ihr gemeinsames Ziel: neue Möbel für die Grundschule Farschweiler herzustellen.

Schon lange ist Eltern, Lehrern und dem Förderverein der Grundschule Farschweiler, Herl und Lorscheid bewusst, dass die Verbandsgemeinde Ruwer als Schulträger kein Geld mehr hat. Zudem, kritisieren Einwohner aus Farschweiler, sei der politische Wille, sich für das Schulwesen einzusetzen, nicht vorhanden. Notwendige Verbesserungen, besonders bei der Ausstattung, blieben aus. Bei einem Besuch im Schulgebäude war Schreiner Alois Annen regelrecht erschrocken angesichts des katastrophalen Zustands von Möbel- und Einrichtungsstücken. "Für die Kinder stellten frei liegende Stahlrohre in einer Höhe von einem Meter eine große Unfallgefahr dar," erklärt er. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Schul-Fördervereins, Peter Molitor, und der Rektorin Judith Fiedler ergab: Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. In einem ersten Gespräch mit Bürgermeister Bernhard Busch wurde geklärt, dass möglichst viele Freiwillige zur Herstellung neuer Möbel herangezogen werden sollen. Geschätzte Kosten: 25 000 Euro. Als Gegenleistung hat der Schulträgerausschuss inzwischen nochmals 25 000 Euro für dringende Baumaßnahmen im Gebäude versprochen. Sie sollen in den nächsten beiden Haushaltsjahren fließen. Nach dem Motto "Jammern allein hilft nicht" haben nun fleißige Hände in der Schreinerei Annen kräftig gearbeitet und neue Möbel für die Schule hergestellt. Hand in Hand arbeiteten ohne Bezahlung rund 30 Handwerker der Firma Annen, die Mitglieder des Fördervereins, Eltern, Lehrer und viele Kinder. Insgesamt 90 Freiwillige engagierten sich beim Schneiden, Bohren, Leimen und Schrauben der neuen Möbel für die Grundschule. Mit dabei waren auch die Ortsbürgermeister der Orte. Zum Werkeln in der Schreiner standen Kaffee und Kuchen bereit. Judith Fiedler, die erst kürzlich die Leitung der Schule übernommen hat, freute sich: "Einen besseren Start hätte es für mich nicht geben können." Die Kinder waren mit großem Elan und viel Interesse bei der Sache. Ihnen ging es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um den Prozess der Entstehung von Schränken und Tischen. Ein positiver Nebeneffekt sei es, dass die Schüler mit selbst hergestellten Möbeln gewiss sorgsam umgehen werden, schätzte Schreiner Annen. In den Herbstferien sollen die Räumlichkeiten in der Schule einen neuen Anstrich erhalten. Danach werden die Möbel eingebaut, voraussichtlich am 22. November ist die Einweihung. Dann wird kaum einem bewusst sein, dass rund 400 Quadratmeter Holzplatten verarbeitet und rund 20 000 Löcher gebohrt worden sind.