Die Herzen öffnen sich

Immer dann, wenn Katastrophen hereinbrechen, rücken die Menschen zusammen. Die Ellenbogen werden eingefahren, die Herzen öffnen sich. Schade, dass dies nicht der Alltag ist. Es muss aber auch Menschen geben, die solche Initiativen in Gang setzen.

Alice Kauth hat das in Kordel getan. Ausgerechnet in Kordel, einem Ort, der wie kaum ein anderer in der Region immer wieder von Wasser und Schlamm heimgesucht wird: Betroffene helfen Betroffenen. Dazu passt, dass auch viele Menschen an der ebenfalls oft wilden Sauer ihre Geldbeutel öffneten. Es ist sicher kein böser Wille, dass sich die Leute in hochwasserfreien Zonen dabei eher in Zurückhaltung üben. Wo nie das Wasser steht, fehlt das Wissen über die Zerstörungskraft der Naturgewalten. Was im August 2002 im Osten Deutschlands passierte, haben die Anwohner von Mosel, Kyll und Sauer noch nie erlebt. Dass der Staat Hilfe leistete, war unabdingbar. Im Gedächtnis bleiben aber die Hilfsaktionen der Menschen. Die Einheit Deutschlands ist zwar gesetzlich zementiert, doch tun sich Wessis und Ossis immer noch schwer damit. Etwas Gutes hatte die Katastrophe: Sie hat die Menschen einander näher gebracht. c.beckmann@volksfreund.de