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Die in Konz lebende Autorin Christa Blasius veröffentlicht neuen Kriminalroman „Der Cäsarenclub“

Autoren-Porträt : Kommissar Schuster ermittelt wieder

Die in Konz lebende Autorin Christa Blasius lässt in ihrem neuen Kriminalroman „Der Cäsarenclub“ nicht nur Milieus an der Mosel aufeinanderprallen.

Darüber frohlockt jeder Krimileser: Römische Ausgrabungsfunde wurden gestohlen und rätselhafte Todesfälle häufen sich an der Mosel. Christa Blasius hat ihren zweiten Krimi geschrieben, der vor wenigen Wochen im Stephan-Moll-Verlag erschienen ist. Wer ihren Debütroman „Hinter Mammutbäumen“ kennt, wird auf einen alten Bekannten treffen: Kommissar Schuster. Den Buchumschlag hat eine bekannte Illustratorin gestaltet: Teresa Habild. Sie zeichnet für Satirezeitschriften wie Charlie Hebdo. Christa Blasius zeichnet mit der Krimigroteske „Der Cäsarenclub“ ein Porträt gegensätzlicher Milieus, die nur eines verbindet: Spaß haben, bis der Notarzt kommt – oder Kommissar Schuster.

Das Buch Diebstahl, Tote im Boot, im Dampfbad und in der Dorfkneipe. Die Ermittlungen führen Kommissar Schuster zu einem bizarren Cäsarenclub, der sich zu Orgien in der Künstlervilla Alexa trifft. Kleinkriminelle aus der Dorfkneipe Pankratiuskeller mischen die Szene auf – zum einen überspannte Künstler in einer Villa am Steilhang, zum anderen Kleinkriminelle in der Dorfkneipe an der Mosel. Kommissar Schuster ermittelt, der Leser mit.

Die Autorin Christa Blasius, 1957 in Trier geboren, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Trier und Berlin. Sie ließ sich journalistisch in München ausbilden, arbeitete als Dozentin, Journalistin, Sprachpädagogin und Sachbearbeiterin. 2014 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt Trier für das Theaterstück Der Vorhang. Aktuell arbeitet sie an einem weiteren Roman.

Leseprobe Als er aus Wittlich heraus auf die Autobahn fuhr, bemerkte Schuster eine große Plakatfläche – Totale Entspannung, Werbung für Ralles Firma. Eine nackte Frau auf einem Stuhl kippte zum rechten Rand der Werbefläche. Dabei schaute sie so lasziv wie möglich. Allerdings trug sie eine Weihnachtsmannmütze. Es war Ende August. Hatte man das arme Ding vergessen? Schuster wurde von einem Lachkrampf geschüttelt: „Der Kapitalismus kippt um. Und wir sind dabei.“

... Schuster bog falsch ab und fuhr unversehens durch das Neubaugebiet des Dorfes. Überdimensionierte Bauten in Grau und Schlammbeige, gestaffelte Kuben mit Schießscharten und integrierte Dreifachgaragen. Hinter Wällen aus Gabionen brütete Lavagestein unter der Sonne.

Hier würde garantiert nichts mehr wachsen. Ob Althippie, Heilpraktiker oder Banker, die Menschen schafften es immer wieder, Leben zu ruinieren. Schuster bremste scharf. Ein Bobbycar war aus einer Einfahrt gerollt.