1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Die Kapelle des Saarburger Krankenhauses St. Franziskus wird zehn Jahre alt.

Geschichte : Kleines Gotteshaus mit großer Atmosphäre

Vom Dunkel ins Licht: Die Kapelle des Saarburger Krankenhauses St. Franziskus wird zehn Jahre alt. Es ist die fünfte in der 100-jährigen Geschichte der Einrichtung und ersetzte einen weniger einladenden Ort des Glaubens.

(doth) Das Gespräch mit Gott ist ein Grundbedürfnis vieler Menschen, die Angehörige als Patienten in einem Krankenhaus haben. Auch die Patienten selbst können Gottesdienste wie in der Kapelle des Krankenhauses St. Franziskus in Saarburg im hauseigenen Fernsehen live miterleben.

Vor zehn Jahren ist das lichtdurchflutete Gebäude des Architekturbüros „Jäger, Henter Weimann“ von Weihbischof Robert Brahm und Pfarrerin Elke Füllmann-Ostertag seiner Bestimmung übergeben worden. Es ist die fünfte Kapelle in der hundertjährigen Geschichte des Krankenhauses in Saarburg. Die eigentliche Feier des Jubiläums soll wegen der Corona-Pandemie erst im nächsten Jahr stattfinden.

Krankenhausseelsorger Michael Zimmer erklärt, wie es zum Bau der fünften Kapelle des Hauses kam: „Der damalige Verwaltungsdirektor Holger Brandt fragte mich, ob ich mir eine neue Kapelle vorstellen könne.“ Das Erstaunliche war, es gab bereits eine, und zwar schon die vierte – ein für diesen Zweck vorgesehener lichtloser Raum im Krankenhausgebäude. Immer wieder musste das Krankenhaus den neuesten Standards der Heilkunst angepasst werden. Rund alle 25 Jahre war eine Kapelle deshalb   Baumaßnahmen im Weg.

Nicht so diese. „Das ist ein Anbau. Künftige Baumaßnahmen müssen da drumherum gebaut werden“, darauf bestand der ehemalige Krankenhaus-Fördervereinsvorsitzende Dieter Schmitt. Er konnte diese Forderung stellen, denn der Verein brachte von den 325 000 Euro Baukosten immerhin 100 000 Euro an Spenden zusammen. 90 000 Euro gab das Bistum als Zuschuss.

Ein besonderes, Schmuckstück entstand mit Schülern eines Kunstkurses vom Saarburger Gymnasium unter der Leitung von Kunstlehrerin Birgit Wahlus an der Rückseite der Kapelle mit einer Stadtansicht von Alt Saarburg. Das Altarbild von Matthias Kroth und die Orgel wurden von der alten Kapelle übernommen.

„Die Leute brauchen ein Herrgotts­eckchen“, findet Schmitt, der bei seinen Benefizveranstaltungen sogar die Mainzer Hofsänger, bekannt aus dem Karneval, nach Saarburg holen konnte. Und die Mitarbeiter des Krankenhauses gründeten eine Theatergruppe, um mit ihren Vorstellungen Geld für die neue Kapelle zu sammeln. „Vereine riefen mich an und fragten, wie können wir helfen“, erinnert er sich. Sein Nachfolger Martin Alten ist sicher: „Hier drin ist eine ganz besondere Atmosphäre.“ Verwaltungsdirektor Matthias Gehlen bedauert: „Leider dürfen in Corona-Zeiten höchstens 20 Besucher in das kleine Gotteshaus.“

Franziska Zender vom Kapellen-Team erinnert sich: „Früher mussten wir noch Stühle herbeischaffen, so viele Leute kamen manchmal.“ Gottesdienste sind freitags um 18.30 Uhr sowie sonn- und feiertags um 9.30 Uhr. Küsterin Christa Bonerz hat beobachtet, dass auch Krankenhauspersonal hier vor und nach der Schicht still zur Ruhe kommen kann und sie spricht viel mit Besuchern, die auch aus der Umgebung kommen, obwohl in den Heimatorten ja auch eine Kirche ist. „Ich höre den Leuten zu, die oft ein schweres Schicksal zu tragen haben“, sagt sie.

Jeder darf kommen, egal, ob Christ, „andersgläubig“ oder Atheist. Die Atmosphäre in dieser Kapelle macht etwas – mit jedem.