"Die Karawane zieht weiter" - nur wohin?

"Die Karawane zieht weiter" - nur wohin?

Der ehemalige Lidl, der einstige Edekamarkt, die Ex-Kuag-Kantine, die Saar-Mosel- oder die TG-Halle: Jede Möglichkeit, die die Karnevalisten für ihre Party nach dem Fastnachtsumzug am Sonntag, 22. Februar, theoretisch nutzen könnten, hat einen Haken. Aber eins steht für die Narren fest: D'r Zoch kütt.

Konz. Für Achim Rohn und seine närrische Truppe wird das Zeitkorsett eng. 2008 feierten die Jecken ihre Abschluss-Party in der ehemaligen Lidl-Filiale an der Lichtsmühle. Dieses Not-Domizil steht den Karnevalisten und ihren Gästen in diesem Jahr voraussichtlich nicht zur Verfügung. Im Schaufenster verkündet ein Plakat: "Ladenlokal zu verkaufen". Trotz der bisher eher negativen Reaktion der Hausbesitzer auf Anfragen der erneuten Nutzung hat Rohn seine Hoffnung auf die Ex-Lidl-Niederlassung noch nicht gänzlich aufgegeben.

In dieser Hängepartie hat Bürgermeister Karl-Heinz Frieden seine Bereitschaft zur Vermittlung zwischen Karnevalisten und Vermieterfamilie angedeutet.

Eine vage Ausweichmöglichkeit sieht Achim Rohn in der einen Steinwurf entfernten früheren Edeka-Filiale, ohne aber deren tatsächliche Eignung zu kennen.

"Ideal wäre sicher die Kuag-Kantine", sagt Rohn. Aber die ist wegen ihres derzeitigen Zustands nicht nutzbar; sie könnte auch nicht kurzfristig hergerichtet werden.

Sollten die Bemühungen um die Ex-Lidl-Filiale scheitern, bliebe den Karnevalisten nur, auf die Saar-Mosel-Halle, die Schulsporthalle oder die im selben Komplex gelegene, privat bewirtschaftete TG-Sporthalle auszuweichen - eine Lösung, die Rohn für problematisch hält: "Die Hallen sind rund 1,4 Kilometer vom Auflösungspunkt des Umzugs entfernt; ob die Zuschauer den Weg auf sich nehmen, weiß ich nicht. "Auch sieht er Probleme für den Auf- und Abbau der "Möblierung". Die Stadt würde ihre Halle gegen Berechnung der reinen Selbstkosten (400 bis 500 Euro) zur Verfügung stellen.

Wie immer die Obdachsuche ausgehen wird, für Rohn steht fest: "Der Zug findet auf jeden Fall am 22. Februar statt."

Das Dilemma scheint den Befürwortern einer zentral gelegenen Stadthalle recht zu geben. Manfred Clemens, seit 26 Jahren Vorsitzender der Sängervereinigung Konz 1880, sieht für diesen Zweck auch eine entsprechend hergerichtete Kuag-Kantine als geeignet an.

Und Georg Bösen, langjähriger Vorsitzender sowie jetziger Ehrenvorsitzender der Concordia Konz, sagt: "Grundsätzlich ja, wenn Standort, Finanzierung, Unterhaltung und Nutzung geklärt sind."

Das Thema Finanzierung spielt im Zusammenhang mit den Triwo-Vorstellungen zur Nutzung der Ex-Kantine eine entscheidende Rolle. Dem vordergründig generösen Angebot Berthold Bresers, Triwo ("Wir werden keine Miete verlangen. Uns dürfen aber auch keine Kosten entstehen") folgte in einem späteren Gespräch mit Geschäftsführer Peter Adrian sinngemäß: "...auch nicht die für die notwendigen Umbauten." Dafür gäbe es das Objekt längerfristig zu einem symbolischen Pachtpreis von einem Euro.