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Die Keller zieht es nach Saarburg

Die Keller zieht es nach Saarburg

Eine Vorentscheidung ist gefallen: Die VG Kell soll Fusionsverhandlungen mit den Nachbarn in Saarburg aufnehmen. Das rät der zuständige Ausschuss. In Saarburg sieht man darin große Chancen. Die Hermeskeiler sind enttäuscht, die Ruwerer zeigen Verständnis.

Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See wird höchstwahrscheinlich mit der VG Saarburg über einen Gebietszusammenschluss verhandeln. Das favorisiert der Lenkungsausschuss, in dem neben Bürgermeister Martin Alten die Beigeordneten und die Chefs der VG-Ratsfraktionen sitzen.

Der VG-Rat hatte im April beschlossen, mit drei möglichen Partnern Gespräche zu führen - und zwar über eine Fusion mit der gesamten VG Kell. Dazu wurden auch in den Verbandsgemeinden Saarburg, Hermeskeil und Ruwer Ausschüsse gebildet, mit denen die Keller Daten ausgetauscht und intensiv beraten hatten. Nun ist man überzeugt, "dass sich die Ortsgemeinden der VG Kell als Einheit am besten in der VG Saarburg abbilden lassen", heißt es in einer Pressemitteilung. Vier "Eckpunkte" seien dabei mit entscheidend gewesen: ein Verwaltungssitz in Kell, der Erhalt des Freibades, der Erhalt touristischer Strukturen und die Anerkennung aktueller Pläne für die Schulen.

Auch die Zahlen sprächen für Saarburg, teilt die Keller Verwaltung mit. Durch eine Fusion würde eine Verbandsgemeinde mit 33 000 Einwohnern, 26 Ortsgemeinden und 359 Quadratkilometern Fläche entstehen. Diese neue Einheit wäre die größte VG im Kreis Trier-Saarburg. Man gehe davon aus, dass deren Bestand "langfristig gesichert" sei. Wichtig sei auch das Ergebnis einer Bürgerbefragung gewesen, bei der 2012 die meisten Stimmberechtigten aus der VG Kell (45,59 Prozent) für Saarburg als Fusionsfavorit votierten.
Kommunal reform


Zwar seien die Ergebnisse "räumlich durchaus unterschiedlich gewesen". Da man aber mit der VG "in Gänze" fusionieren wolle, sei das "Gesamtergebnis maßgeblich". Für Mittwoch, 26. Oktober, 19 Uhr, ist nun eine Bürgerversammlung in der Manderner Siebenbornhalle geplant. Danach soll der VG-Rat die Aufnahme von Fusionsverhandlungen beschließen.

Der Saarburger VG-Chef Jürgen Dixius sieht die Empfehlung aus Kell als "große Chance, dass sich eine Region insgesamt weiterentwickeln kann". Dabei sollten "bestehende Einrichtungen auch bestehen bleiben", zugleich könne man eine "effektive Verwaltungsstruktur" aufbauen. Man werde sich nun über die mögliche Umsetzung unterhalten und Konzepte entwickeln. Für Michael Hülpes, Bürgermeister der VG Hermeskeil, ist die Nachricht aus Kell "schon enttäuschend". Am Mittwoch hatte der Hermeskeiler VG-Rat einstimmig eine Erklärung beschlossen, in der er für die Bildung einer Hochwald-VG mit Kell und Thalfang wirbt. Für die Bürger im östlichen Teil der VG Kell wäre dies laut Hülpes "nur von Vorteil". Er sei "überzeugt, dass mit der VG Hermeskeil die größeren Synergieeffekte zu erzielen sind." Er hoffe, "dass die Sache noch offen ist". In Waldrach dagegen ist das Kapitel Fusion für VG-Chef Bernhard Busch beendet: "Wir würden zwar sicher zusammenfinden. Aber ausschlaggebend ist für uns, dass die Dinge auch gewollt sind."Meinung

Entscheidend, was die Bürger sagen
Die Wahl des Ausschusses ist nachvollziehbar - wenn man bedenkt, dass er für die Verbandsgemeinde als Ganze nach einem Partner sucht. Offensichtlich ist man der Meinung, dass mit den Saarburgern liebgewonnene Angebote wie das Freibad und das Rathaus in Kell am ehesten erhalten bleiben. Und sicher ist eine so große künftige Verbandsgemeinde auf lange Sicht überlebensfähig. Zudem gab es für Saarburg bei der Umfrage 2012 die meisten Stimmen. Die Menschen von Mandern bis Kell haben zwar anders votiert, weil sich ihre Wege in Richtung Hermeskeil orientieren. Diese Beziehungen bestehen aber schon jetzt über Verwaltungsgrenzen hinweg - und fallen mit der Fusion nicht weg. Entscheidend sollte sein, ob sich der Keller Raum bei der Bürgerversammlung mit Saarburg anfreunden kann. Falls nicht, sollte man auch über eine Teilung nachdenken c.weber@volksfreund.deExtra

Auch zwischen den Verbandsgemeinden Schweich und Thalfang gibt es Gespräche zu einer möglichen Fusion. Büdlich, Breit und Heidenburg wollen in die Mosel-VG wechseln. Die Verwaltung in Schweich prüft derzeit Zahlen der VG-Werke Thalfang, um die finanziellen Folgen eines Wechsels abzuschätzen. Für VG-Chefin Christiane Horsch ist die VG Thalfang am Zug: Sie müsse erklären, was sie wolle. alf