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Die Kulturgießerei Saarburg plant trotz Corona ein buntes Programm.

Kunst : Kultur-Angebot will der Pandemie trotzen

Warum die Saarburger Kulturgießerei in Coronazeiten ein pralles Programm bieten will und kann.

Sie wirken hoch motiviert, fast trotzig. Das Team der Saarburger Kulturgießerei stemmt sich mit aller Macht gegen die pandemiebedingte Agonie in der Kulturszene und hat nun ihr vorläufiges Programm für die Saison 2021 vorgestellt. Geschäftsführerin Dr. Anette Barth und Veranstaltungsprofi Marco Zimmer sind zuversichtlich, dass bei aller Unsicherheit die Konzerte, Kleinkunst, Kabarett und Kinoabende einen wichtigen Beitrag zur essenziellen kulturellen Versorgung des Publikums und zur Existenzsicherung der Künstler leisten können.

Digital und technisch bestens aufgestellt sind sie sowieso; mit welcher Professionalität zum Beispiel die Konzerte gestreamt werden, hat schon im ersten Pandemie-Jahr für Anerkennung gesorgt. Darüber hinaus wurden mit viel Mühe und Kreativität entsprechende Fördermittel von Bund, Land und Gemeinde akquiriert, um den Betrieb zu sichern.

Man versteht sich hier in der ehemaligen Glockengießerei am Saarburger Saar-Ufer als sozio-kulturelles Zentrum, was - neben den touristischen Angeboten im Museum - natürlich auch mit einem sozialen Auftrag verbunden ist. Für Frieden, Menschenwürde, Integration und Demokratie setzt sich der Trägerverein ein, viele Bildungsveranstaltungen und Betreuungsangebote zeugen davon.

Entsprechend anspruchsvoll ist auch das Konzertangebot, alle Veranstaltungen werden - Stand heute - gestreamt und sind im Internet verfügbar unter kulturversuscorona.de. Den Auftakt macht Claudia Dylla mit dem Parnass-Ensemble, ein Sextett regionaler Künstler, Kammermusik verschiedener Genres mit außergewöhnlichen Programmen: Schauspiel und Musiktheater vereinen sich zu einer Collage, wenn am Freitag, den 30. April, „Magische Klänge Skandinaviens“ auf dem Programm stehen. Werke von Edvard Grieg oder Jean Sibelius, Folksongs und Balladen sollen das Publikum in die Elfen- und Geisterwelt des Nordens entführen. Im zweiten Kammerspiel des Ensembles am Freitag, den 1. Oktober, geht es musikalisch und performativ auf den Balkan: „Lieder und Tänze Osteuropas“.

Zuversichtlich ist die Kulturgießerei, was den Spätsommer angeht. Mit seinen hohen und gut belüftbaren Räumen, dem teilweise überdachten Außenbereich und einem ausgeklügelten Hygienekonzept hofft man auf eine entspanntere Pandemielage. Am 13. und 14. August soll es dann für Familien eine „Reise durch das Feenland“ und ein „Folkmusik und Fantasy“-Konzert geben. Die Gießerei soll sich in ein buntes „Reich der Fantasie“ verwandeln, mit Mitmach- und Zirkuselementen sowie Folkmusik wird der Alltag für zwei Tage ausgeblendet. Eine „Nacht der Gitarre“ steht am Samstag, den 19. Juni an. Blues-Legende und Lokalmatador Ralph Brauner wird mit den Virtuosen Ignatz Netzer und Timo Gross ein Blueskonzert spielen, inspiriert von Songs aus den Südstaaten der USA.

Amerikanischer Stummfilm und polnische Orchester verbinden sich anlässlich der „Cinfonie-Tage“: Am Samstag, den 29. Mai gibt es „City-Lights“ von Charlie Chaplin, begleitet von Live-Musik des Ludwik Sarski Orchestra und am Samstag, den 25. September, Hitchcocks Klassiker „The Lodger“ (auf Basis der Jack The Ripper-Erzählung) mit dem Ensemble „The Washing Machine“ in der Gießhalle. Hier hofft das Team auf Live Publikum unter Einhaltung des Hygienekonzeptes, 50 bis 60 Personen könne man gefahrlos in der großen, luftigen Halle unterbringen.

Dazu kommt Kabarett: Heinz Klever von der Leipziger Pfeffermühle am 10. Juli und Muhsin Omurcas kabarettistische Integrations-Experimente am 11. Juli. Weitere Programmpunkte wie das Just Great Music Festival sind noch in Planung. 

Weitere Informationen gibt es unter kulturgiesserei-saarburg.de.