Die Last mit den Lastern

HERMESKEIL. "Maut-Preller sollen draußen bleiben": Der Stadtrat hat sich jetzt bei zwei Enthaltungen dafür ausgesprochen, dass dem Schwerlastverkehr – mit Ausnahme von Anliegern – vor den Toren der Stadt Einhalt geboten wird. Ein Antrag auf Sperrung der B 52 für LKW über 7,5 Tonnen soll in Kürze an die Verkehrsbehörden gerichtet werden.

Das Phänomen ist ein großes Ärgernis und hat auch andernorts bereits zur Forderung nach drastischen Gegenmaßnahmen geführt: Seit der Einführung der LKW-Maut Anfang 2005 flüchten die Fahrer von schweren Lastern immer häufiger von der gebührenpflichtigen Autobahn auf die Bundesstraße. In der Region ist neben der B 49 unter anderem die B 52 zwischen Trier-Ehrang und Hermeskeil eine beliebte Ausweich-Strecke für "Brummi-Fahrer". Das hatte erst jüngst das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster bestätigt (der TV berichtete). Doppelt so viele LKW wie 2004

Konkrete Messwerte liegen vor für die Dauerzählstation bei Farschweiler, an der im dritten Quartal 2005 im Durchschnitt 457 Lastwagen täglich vorbeirauschten. Das sind fast doppelt so viele wie noch 2004. Obwohl ein Teil dieser Vehikel an der Anschlussstelle Reinsfeld auf die Autobahn zurückkehrt oder auf die Hunsrückhöhenstraße in Richtung Saarburg und vor allem in Richtung Flughafen Hahn abbiegt, ist auch Hermeskeil von den Auswirkungen der Maut-Prellerei betroffen. So begründete die Bürger für Bürger-Fraktion (BFB) ihren erfolgreichen Antrag auf Sperrung der B 52. Denn die B 52 führt in ihrem weiteren Verlauf bekanntlich direkt durch die Stadtteile Lascheiderhof und Höfchen. "Dort ist die Belastung durch den Schwerverkehr größer geworden, und es gibt auch Beschwerden von Anwohnern", sagt BFB-Fraktionssprecher Udo Moser. Michael Hülpes bestätigt diese Beobachtungen ausdrücklich. "Das Problem ist bekannt", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Die sinnvollste Lösung - da geht der CDU-Politiker mit seinem Parteifreund Kaster d'accord - sei es zwar, dass auch auf den Ausweichrouten Gebühren erhoben werden, um Maut-Flüchtlingen jeglichen Anreiz zu nehmen. Bei Straßen mit einer Verkehrsdichte, wie sie die B 52 aufweist, sehe das Bundesverkehrsministerium derzeit dafür aber noch keinen Handlungsbedarf. Gleichwohl will das Hermeskeiler Parlament den Maut-Prellern einen Riegel vorschieben und sie von städtischem Territorium verbannen. Das Gremium verlangt, dass die B 52 ab der Auffahrt Reinsfeld - mit Ausnahme von Anliegern - für Laster über 7,5 Tonnen gesperrt wird. "Nur so können wir den Schwerverkehr wieder auf die Autobahn zwingen", betont Moser. Mit dieser Forderung will die Stadt jetzt an die Verkehrsbehörden herantreten, wobei die Erfolgsaussichten jedoch noch völlig offen sind. "Wir haben den Kommunen die Offerte gemacht, dass sie mit diesem Anliegen auf uns zukommen können", sagt Dörte Büchel, Sprecherin des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums (siehe Hintergrund). Bei der Prüfung, ob eine Sperrung in Betracht gezogen werden sollte, spielen jedoch nicht nur die Zahlen beim Verkehrsaufkommen eine Rolle. "Daran allein kann man das nicht festmachen." Auch der Ausbauzustand der Straße und die Frage der Verkehrssicherheit seien entscheidende Faktoren, betont Büchel.

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