Die Letzten werden die Ersten sein

Die Letzten werden die Ersten sein

KONZ-OBEREMMEL. Von seiner schönsten und sonnigsten Seite präsentierte sich der Konzer Stadtteil Oberemmel am Dienstagnachmittag der Kommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft".

Pünktlich um 13.15 Uhr rollte der Bus mit den sieben Mitgliedern der Kommission "Unser Dorf hat Zukunft" auf dem Dorfplatz in Oberemmel an. Während die zahlreichen Vertreter der Vereine, der Grundschule und der Kommune mit Bürgermeister Hermann-Josef Benzkirch wegen der sommerlichen Hitze schon erste Schweißperlen auf der Stirn stehen hatten, sahen die Jurymitglieder, die aus dem klimatisierten Bus stiegen, noch recht frisch aus. Die weiteren Wettbewerbsgemeinden hatten die sieben Jurymitglieder schon in Augenschein genommen, nun konnten sie sich ganz auf Oberemmel konzentrieren. Der Schlüssel zum Erfolg

Damit verknüpfte Ortsvorsteher Benzkirch bei seinen Begrüßungsworten auch gleich eine Hoffnung: "Die Letzten werden die Ersten sein. Wir hätten nichts dagegen, wenn das hier zutrifft", sagte er und bat zur Reise durch den Konzer Stadtteil. Zunächst machte die Kommission sich auf zum alten Pfarrhaus, anschließend ging es weiter zur alten Kirche, wo die Kommission zunächst vor verschlossenen Türen stand. Doch eine Gemeinde mit Zukunft macht natürlich aus, dass sie sich von Problemen nicht abschrecken lässt, sondern nach Lösungen sucht - in diesem Fall in Form eines Schlüssels - und sie auch findet. Nicht nur die Schönheiten der Kirche, sondern auch die kühlen Temperaturen im Inneren sorgten für Lob seitens der Jury. Weiter ging die Reise per Bus, wo sich das ein oder andere Jurymitglied die Schweißperlen von der Stirn wischte. "Heute Morgen haben wir noch über die Klimaanlage geschimpft", berichtet Marie-Louise Niewodniczanska, die Baugestaltung und -entwicklung genau beäugte. Doch schon am Nachmittag war die angenehme Kühle wichtiger als das Rauschen der Anlage. Beim privaten Heimatmuseum von Heinz Scheffer hieß es für die Kommissionsmitglieder nicht nur schauen und notieren, sondern ebenfalls ausprobieren. Bei den alten Schleifsteinen, die vor Scheffers Haus stehen, legten sie selbst kurz Hand an. Weinprobe mit Blick auf den Ort

Lob gab es von ihnen beispielsweise für "vorbildlich" renovierte Häuser wie das ehemalige Weingut des Reichsgrafen von Kesselstadt, das in Privatbesitz ist, oder ein hergerichtetes Haus der Winzerfamilie Willems-Willems. Da ein Besuch in Oberemmel ohne eine Kostprobe der heimischen Tropfen kaum möglich ist, genehmigte sich die Gruppe einen Schluck hoch oben bei einer Winzerkapelle, von wo sich ein beeindruckender Ausblick auf Land- und Ortschaft bietet. Nach rund anderthalb Stunden schweißtreibender Rundreise, bei der auch die Infrastruktur samt Grillhütte, Turnhalle und Spielplatz begutachtet wurde, zogen die Jurymitglieder in einem Gasthaus ein erstes Resumee und gaben Tipps für die Zukunft des Konzer Stadtteils. "Es gibt Licht und Schatten wie in den meisten Dörfern", sagte Niewodniczanska. "Große Potenziale" bescheinigte Jurymitglied Christoph Heckel der Gemeinde. Schön restaurierte Gebäude, eine gesunde Infrastruktur, ein gutes Vereinsleben und das bürgerschaftliche Engagement wurden von ihnen positiv hervorgehoben. Für den 21. Juli kündigten die Mitglieder der Kommission die Ergebnisse des Gebietsentscheids an. Damit sie ihre Entscheidung noch einmal genau überdenken, gab Ortsvorsteher Benzkirch ihnen nochmal seine Hoffnung mit auf den Weg im klimatisierten Bus: "Die Letzten werden die Ersten sein."

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