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Die Mehrheit fürs neue Bad steht

Die Mehrheit fürs neue Bad steht

Eine wichtige Grundlage für den Neubau eines Schwimmbads in Konz ist gelegt. Am Donnerstag hat der Verbandsgemeinderat mehrheitlich den Wirtschaftsplan für das 7,7 Millionen Euro teure Bad verabschiedet.

Der Bau eines neuen Hallenbads in Konz rückt näher. Bei 19 Ja-Stimmen, sieben Gegenstimmen und sieben Enthaltungen hat der Verbandsgemeinderat am Donnerstag für den Wirtschaftsplan der Verbandsgemeindewerke Konz gestimmt, der die 7,7 Millionen Euro für den Neubau eines Sportbads enthält. Damit ebnet der Rat den Weg für weitere Schritte.
Konkret wird es im Januar. Dann will die Mehrheit im VG-Rat die Bad-Planung in einer von der CDU beantragten Sondersitzung weitertreiben. Wenn dieser Plan aufgeht, ist 2013 mit dem Baubeginn zu rechnen.Schon vor der Ratssitzung erreichte eine Pressemitteilung aus Mainz den TV. Innenstaatssekretär Jürgen Häfner verkündet darin, dass die VG Konz doch mehr Fördergeld bekommt - 2,5 statt wie ursprünglich angekündigt 2,3 Millionen Euro (siehe Extra). Dadurch sei die Verbandsgemeinde nun in der Lage, das neue Bad zukunftssicher zu bauen und zu betreiben, sagt Häfner.
Friedhelm Schücker, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Konzer VG-Rat, teilt diese Auffassung. Mit den 2,5 Millionen Euro und dem zu erwartenden 770.000 Euro Fördergeld vom Kreis Trier-Saarburg blieben zwar 4,5 Millionen Euro an der VG hängen, rechnet er vor. "Vor diesem Hintergrund wären wir aber in der Lage, den Neubau des Bads voranzutreiben", sagt Schücker.
Sabina Quijano von den Grünen sieht es ähnlich. Sie freue sich über den höheren Zuschuss vom Land. Ihre Fraktion stimmt ebenfalls für den Neubau, allerdings gibt sie zu bedenken: "Die 770.000 Euro an Zuschüssen vom Kreis sind fragwürdig." Die Sportstättenförderung sei eine freiwillige Ausgabe, und der Haushalt des Kreises Trier-Saarburg falle katastrophal aus. Sie bezweifle, dass die Kommunalaufsicht das Geld freigebe.Die sieben Gegenstimmen kommen aus der SPD-Fraktion, die ein Sanierungsgutachten für das alte Bad fordert. Fraktionssprecher Lothar Rommelfanger meint: "Das glaubt ja wohl niemand, dass es bei den 7,7 Millionen Euro bleibt." Den "bedingungslosen Befürwortern eines Neubaus" sei gesagt, dass die Kosten nur durch höhere Abgaben der Gemeinden an die VG kompensiert werden könnten. Den Gemeinden werde der letzte Handlungsspielraum genommen.
"Ohne Klarheit können wir kein Schwimmbad bauen", meint Detlef Müller-Greis. Teile seiner FWG-Fraktion haben sich bei der Abstimmung enthalten. Bisher hatten die FWGler gegen das Bad gestimmt, weil sie daran zweifeln, dass die VG die Folgekosten von einer Million Euro pro Jahr tragen kann. Nun fordern sie von der Verwaltung ein Konzept, das zeigt, wie die Kosten für das Bad gedeckt werden sollen.
Die FDP-Fraktion enthielt sich ebenfalls. Fraktionschef Franz Görtz erwartet Kostensteigerungen im Vergleich zu den in den Wirtschaftsplänen prognostizierten Zahlen. "Denn bekanntlich soll man den Bären erst häuten, wenn er erlegt ist", sagt er. Meinung

Kosten nicht auf Bürger abwälzen Der Bau des neuen Schwimmbads rückt näher. Nach Jahren der Planung ist nun ein Grundsatzbeschluss gefallen. Mit dem Wissen um die Höhe des Landeszuschusses hat die Mehrheit im Verbandsgemeinderat das Geld für den Bau eines einfachen Hallenbads freigegeben. Der konkrete Beschluss, die Planung umsetzungsreif zu machen, folgt wahrscheinlich im Januar.
Fakt ist, dass es richtig ist, ein möglichst günstiges Bad zu bauen. Zum Trierer Bad samt Saunagarten ist der Weg nicht zu weit. Angesichts leerer öffentlicher Kassen wäre der Bau eines teuren Luxusbads in Konz der pure Wahnsinn. Es bleibt jedoch immer noch ein Millionenbetrag an der Kommune hängen.
Mit Blick darauf ist es falsch, die Bürger nicht an der Planung und Entscheidungsfindung zu beteiligen. Hier sollten sich die Verantwortlichen ein Meinungsbild einholen. Die Kosten für das neue Bad bleiben schließlich an den Bürgern hängen, die letztendlich höhere Steuern zahlen müssten, um das Projekt zu finanzieren. c.kremer@volksfreund.de
Extra: Landesförderung
Das Land fördert den Badneubau in Konz mit 2,5 statt 2,3 Millionen Euro: Den Sinneswandel - zuvor hatte das Land noch erklärt, dass auf keinen Fall eine höhere Förderung möglich sei - begründet David Freichel, Sprecher des Landesinnenministeriums, auf TV-Anfrage: Nach weiteren Gesprächen mit allen Beteiligten habe sich die Bedeutung des Bads als Schulsportstätte her-ausgestellt. Die Finanzierung einer zusätzlichen Halle am Schulzentrum werde hinfällig. "Letztlich trägt die Sportfunktion des Bades den Anforderungen für Schul- und Jugendarbeit in besonderer Weise Rechnung", sagt Innenstaatssekretär Jürgen Häfner. Die Errichtung einer Sporthalle werde hinfällig - dadurch werde Geld gespart, das in das neue Bad gesteckt werde. cmk