Die Messlatte liegt sehr hoch

Eins vorab: Als Dienstherr muss sich der DJH nicht für Personalentscheidungen in seinen Häusern rechtfertigen. Das ist klar, verhindert aber nicht, dass in Hermeskeil viele über die Ablösung von Herbergsmutter Heidi Hans-Sadowsky nur den Kopf schütteln können.

Auch wenn es in Mainz anders gesehen wird. In der Hochwaldstadt ist man sich einig, dass Hans-Sadowsky an einem eher schwierigen Standort viel geleistet und 19 Jahre lang erfolgreich gearbeitet hat. An dieser Aussage ändert auch ein Blick auf die Gästezahlen und die Auslastung in Häusern etwa an der Mosel oder an der Weinstraße nichts. Denn wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen hinkt ein solcher Vergleich. Dass aber fast drei Viertel der Hermeskeil-Urlauber in der Jugendherberge absteigen, das Haus einen anerkannt guten Ruf genießt und viele zufriedene Gäste immer wieder gerne zurückkommen, hängt ohne Zweifel ganz entscheidend mit der Person der beliebten Herbergsmutter zusammen. Hinzu kommt, dass sich Heidi Hans-Sadowsky über ihre berufliche Aufgabe hinaus in vielen Bereichen für das Gemeinwohl eingesetzt hat - ihr Engagement im Arbeitskreis Stadtentwicklung ist dafür nur ein Beispiel. Wie auch immer: Es bleibt abzuwarten und sehr fraglich, ob dem DJH mit einem Austausch der Köpfe in der Betriebsleitung tatsächlich ein Aufschwung bei den Gästezahlen gelingt. Die Messlatte liegt jedenfalls auch für die Nachfolger von Hans-Sadowsky sehr hoch. a.munsteiner@volksfreund.de