Die Mut-Tour machte in Konz und Trier Station.

Soziales : 3675 Kilometer, die viel Mut machen

Die Benefiz-Tour ist ein bundesweites Aktionsprogramm für Menschen, die unter Depression leiden. Sie hat in Trier und Konz Station gemacht.

Depression ist in unserer Gesellschaft für viele noch immer ein Tabu-Thema. Unterstützt von der Deutschen Depressions-Liga und mehreren Partnern und Sponsoren bewegt sich die Mut-Tour seit 2012 durch Deutschland. Bisher haben 241 depressionserfahrene- und unerfahrene Menschen mit Tandems und zu Fuß mehr als 30 700 Kilometer zurückgelegt.

Dieses Jahr kommen 3675 Kilometer hinzu. Es geht um einen unverkrampften Umgang mit dem Thema Depression und Teilnehmer, die betroffen sind, geben ihre Erfahrungen mit der Krankheit weiter. So wie Mathias Konrad. Der Kölner kam durch eigene Depressionserfahrungen zu dem Projekt. Er findet es wichtig, Flagge zu zeigen. „Die Tour ist eine tolle Erfahrung für mich“, sagt er auch im Hinblick auf die Begegnungen unterwegs. „So ein Tandem sorgt für Aufmerksamkeit. Viele reagieren sehr positiv und sind neugierig. Sie interessieren sich dafür. Und einige haben sogar um Rat und Hilfe gefragt“, zieht er kurz vor dem Ziel in Trier Bilanz.

Naomi Sommer aus Karlsruhe ist bereits das zweite Jahr dabei. Auch sie hat schon eigene Erfahrung mit der Krankheit gemacht. Durch eine Zeitschrift stieß sie auf die Aktion. Früher ist sie gerne gewandert. Heute ist sie das erste Mal mit dem Tandem unterwegs. In diesem Jahr sind 66 Teilnehmer, verteilt auf elf Etappen-Teams am Start, die täglich 55 Kilometer mit dem Tandem fahren oder rund 20 Kilometer wandern. In verschiedenen Städten gibt es öffentliche Aktionen und Informationsangebote. In diesem Jahr auch in Trier. Vorher machten sechs Teilnehmer aber noch auf dem Konzer Marktplatz Station, wo sie vom Beigeordneten der Stadt Konz, Guido Wacht, empfangen wurden.

Doris Eck vom Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrum Robert-Walser-Haus, bei dem der Caritasverband Träger ist, hatte mit ihren Kollegen einen kleinen Infostand aufgebaut. „Es ist uns wichtig, dass wir das Thema in die Öffentlichkeit bringen und um Verständnis in der Gesellschaft werben.“ Joachim Christmann ist als Vertreter der Kreisverwaltung vor Ort. „Ich bin hier, um die Teilnehmer für ihren Mut zu belohnen. Das Thema ist wichtig. Die Krankheit muss in der Gesellschaft ankommen.“

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