"Die Mutter aller Karnevalbands"

Irsch. Im Reigen der Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Karnevalsgesellschaft "Närrisches Saarschiff" gastierte die Kölner Band "Bläck Fööss" in der Turn- und Mehrzweckhalle.

Wenn eine Karnevalsgesellschaft 50 Jahre alt wird, kann auch das Programm ruhig etwas extravagant sein. Nach einem hervorragenden Gala-Abend setzte das "Närrische Saarschiff" noch einen drauf und präsentierte die wohl bekannteste Fastnachtsband überhaupt - die "Black Fööss"."Die Mutter aller Karnevals-Bands", so werden sie von Sitzungspräsidenten in ihren Ankündigungen immer wieder genannt. Gemeint ist damit, dass die "Bläck Fööss" Anfang der 70er Jahre einen Trend eingeleitet haben, der bis heute zahllose Nachahmer gefunden hat: Inspiriert von den Rock- und Beatbands der 60er Jahre, stürmten die "Jungen Wilden des Karnevals" mit langen Haaren und ungewohnt legerer Kleidung die Bühnen des organisierten Frohsinns.Verstärkung durch die Hofsänger

Zur Begleitung von Elektrogitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug sangen sie Texte in ihrer Mundart. 33 Jahre ist es her, dass die "Bläck Fööss" mit ihrem "Rievkooche-Walzer" einen Achtungserfolg und ein Jahr später mit "Drink doch eine met" ihren ersten Riesenhit landeten.In den 70er und 80er Jahren waren die "Bläck Fööss" die musikalischen Superstars des Kölner Karnevals. Hit auf Hit folgte: "Mir losse der Dom en Kölle", "Et Spanien-Leed", "In unserem Veedel" oder "Huusmeester Kaczmarek" entwickelten sich zu regelrechten Evergreens.Das Erfolgskonzept: eingängige Melodien und Texte, die treffend und mit Witz das kölsche Lebensgefühl beschreiben. Und der Erfolg gibt ihnen und ihrer Linie Recht. Nicht nur in der Karnevalssession, sondern das ganze Jahr über sind die "Bläck Fööss" zu Konzerten unterwegs. Meistens im Rheinland, von Zeit zu Zeit aber auch darüber hinaus. Ihre neue CD "K - BF 33" erreichte in den deutschen Albumcharts in der ersten Woche ihres Erscheinens Platz 27.Man merkte es auch in Irsch gleich an der Stimmung, die schon nach den ersten Liedern überschwappte, dass viele "Bläck Fööss"-Kenner zu diesem zweieinviertelstündigen Konzert gekommen waren. Textsicher und voller Euphorie wurde von Anfang an mitgesungen. Ohne Pause spielte die Band ihre bekannten Lieder und spätestens als "Katrin" oder "Bye, bye my love" erklangen, bebte die Mehrzweckhalle.Dass sie nicht nur eigene Lieder, sondern auch bekannte Songs covern und dabei trotzdem eine eigene Interpretation bewahren können, zeigten die sechs Musiker mit ihrer A-capella-Version des Herbert Grönemeyer Hits "Männer". Auch den "King" persönlich ließen sie auf der Bühne auferstehen. In einem langen Elvis-Medley boten sie eine große Bandbreite seiner Lieder. Als sie gegen Ende hin ihren "Stammbaum" anstimmten, bekamen die "Fööss" Verstärkung durch eine ebenfalls überregional bekannte Gruppe.Die "Irscher Hofsänger" übernahmen den Part des Backgroundchores und sorgten somit für einen würdigen Abschluss einer hörenswerten Veranstaltung.