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Die Neuauflage des Konzerts Konz wird laut geht zugunsten des Brunnenbaus in Afrika. Was die Initiatorin erzählt, berührt.

KONZERT : Rocken für gesundes Trinkwasser

Die Neuauflage von Konz wird laut geht zugunsten des Brunnenbaus in Afrika. Die Initiatorin gibt beeindruckende Einblicke.

  Yasmine Hemes lebt seit vier Jahren in Südafrika, und zwar in der ärmsten Provinz Kwazulu Natal. Im Zulu-Land leben 11,5 Millionen Menschen. Die meisten davon haben keinen oder nur mühsamen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Gründerin von Izulu-Water hat zusammen mit der Partnerschaft Demokratie (PfD) in Konz ein Benefizkonzert mit vier Bands in der Halle des Gymnasiums organisiert, wo sie auch ihr Projekt vorstellte.

Zwei Dinge schockieren die ehemalige Grafik-Designerin aus Luxemburg, die ihr Büro verkaufte, um zu helfen: „2030 haben 17 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung kein Trinkwasser mehr, und jetzt schon müssen Frauen und Kinder das Wasser in Fässern mit mehr als 200-Litern über fünf Kilometer heranrollen.“ Fassrollende Männer habe sie keine gesehen.

Freundschaftliche Beziehungen führten die Aktivistin jetzt nach Konz um für ihre Sache zu werben, denn, so die 56-Jährige: „Grundwasser ist genügend da, man muss nur danach bohren.“ 36 Meter tief müssen die Bohrlöcher sein, das kostet jedesmal mehr als 2000 Euro. Gleichzeitig wirbt Hemes in Schulen für den Umweltschutz, denn enorme Mengen Plastikmüll ist ein weiteres Problem der Region. Den Kindern sagt sie zum besseren Verständnis: „Hier liegt so viel Müll, wie eine Million Elefanten schwer sind.“ Die Schüler helfen gerne bei Müllsammelaktionen.

Sie bedankt sich bei der Band Dorfterror. Dominik Ruth, Gitarrist und Sänger der Truppe, hat sich das Problem vor Ort angesehen und findet: „Den Luxus, dass bei uns sauberes Trinkwasser aus dem Hahn kommt, erkennt man erst, wenn man die Situation in Südafrika gesehen hat.“

Dominik Schnith von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde freut sich über das Konzert: „Es ist schön, wenn sich junge Menschen über solche Probleme Gedanken machen.“ Da könne Konz ruhig mal laut werden und für den Umweltschutz in Südafrika trommeln.

Am Konzertabend mit Kuß’ Groove, Dorfterror, Souloud und Fehl-Tritt kam Geld für einen weiteren Brunnen zusammen, die Nummer zwölf. Bislang konnte Yasmine Hemes 3644 Menschen zu sauberem Trinkwasser verhelfen, das nicht herangeschleppt werden muss. Wenn ein neuer Brunnen läuft, wird das immer mit einem Fest vom ganzen Dorf gefeiert.

Die Organisation präsentiert sich im Internet unter www.izuluwater.org und auf facebook. Geholfen werden kann nicht nur über Spenden, sondern auch mit dem Kauf eines Kalenders der luxemburgischen Fotografin Carmen Leardini und ihrer deutschen Kollegen Lisa Osada und Boris Ruth zugunsten des Projekts. Der hochwertig gedruckte Kalender mit Fotos der einzigartigen Natur Südafrikas kostet 35 Euro und kann per Mail an  b.ruth@gmx.de bestellt werden.