Die Ortsdurchfahrt bröckelt weiter

Die Ortsdurchfahrt bröckelt weiter

Nicht zuletzt den Leuten aus Kelsen ist die Kreisstraße 120, die mitten durch ihren Ort führt, ein Dorn im Auge. Der Grund: Schon seit geraumer Zeit ist der Asphaltbelag dabei, sich in Wohlgefallen aufzulösen. Dabei wurde die K 120 in Kelsen erst vor sieben Jahren komplett erneuert. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.

Merzkirchen-Kelsen. Wer schon mal durch Kelsen gefahren ist und dabei die Kreisstraße 120 benutzt hat, der hat sich möglicherweise über die marode Fahrbahn gewundert. Denn keine andere Straße in dem kleinen Merzkirchener Ortsteil ist in einem vergleichbar schlechten Zustand. Erst vor sieben Jahren wurden in Kelsen umfangreiche Kanalbaumaßnahmen erledigt und in diesem Zusammenhang mehrere Ortsstraßen erneuert. Auch die K 120 wurde seinerzeit im Bereich der Ortslage komplett überarbeitet.

Asphalt löst sich in Wohlgefallen auf

Allerdings begann schon wenige Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten der Asphaltbelag der K 120 damit, sich in Wohlgefallen aufzulösen. An zahllosen Stellen auf der gesamten Länge der Kreisstraße innerhalb des Ortes bröckelt es. Seit einiger Zeit bemüht sich Merzkirchens Ortsbürgermeister Martin Lutz um eine Lösung des Problems. Mehrfach hat er sich in der Vergangenheit deshalb an diverse Behörden gewandt. Passiert ist bislang jedoch nichts. In Kelsen bröckelt es weiter.

Kreis: Zustand kann so nicht bleiben

Auch der Kreisverwaltung in Trier ist die K-120-Problematik inzwischen bekannt. "Die Fahrbahn ist in einem Zustand, der so nicht bleiben kann", erklärt Pressesprecher Thomas Müller dem TV. Und: "Wir arbeiten auf eine schnellstmögliche Wiederherstellung hin." Deshalb stehe man in engem Kontakt mit dem Trierer Landesbetrieb Mobilität (LBM), der ein Konzept ausarbeite. Wie das Konzept aussehen wird, darüber herrscht beim LBM - zumindest was den technischen Teil betrifft - bereits weitgehend Klarheit.

Dazu Johannes Müller, Sachgebietsleiter Kreisstraßen beim Landesbetrieb: "Die Fahrbahn muss vermutlich stellenweise komplett abgefräst und erneuert werden. Wo genau, das müssen wir vor Ort klären."

Auch die Gründe für die Fahrbahnschäden, die bereits wenige Jahre nach Fertigstellung der K 120 aufgetreten sind, glaubt Müller zu kennen. "Ein Zuschlagstoff im Asphalt war vermutlich fehlerhaft."

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Unklarheit herrscht dagegen sowohl beim LBM als auch bei der Kreisverwaltung über die Finanzierung der Reparatur. Wie Ortsbürgermeister Martin Lutz berichtet, sind die ersten Schäden innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungfrist aufgetreten. Damit wäre die Firma, die die Bauarbeiten im Jahr 2000 ausgeführt hat, für die Beseitigung zuständig. LBM-Mann Johannes Müller winkt ab. Zwar habe es bei Ablauf der Gewährleistungsfrist im Jahr 2005 bereits Schäden gegeben, die jedoch "bei weitem nicht so massiv waren wie heute", sagt Müller. Infolgedessen habe man die K 120 im Jahr 2005 für "in Ordnung" befunden und die von der Baufirma hinterlegte Gewährleistungsbürgschaft, die im Insolvenzfall zumindest einen Teil der während der Gewährleistungszeit entstandenen Schäden abdecken sollte, zurückgegeben.

Die Firma, die die K 120 in der Ortsdurchfahrt Kelsen baute, hat inzwischen ihren Betrieb eingestellt. Fazit: Dass die K 120 in Kelsen schon nach sieben Jahren überholt werden muss - laut Johannes Müller hält eine vergleichbare Straße im Normalfall rund 20 Jahre - , darin sind sich alle Beteiligten, dazu zählen neben den Kelsenern die Ortsgemeinde Merzkirchen, der Kreis und der LBM, einig.

Zwar ist derzeit noch offen, wann die Bauarbeiten beginnen können. Laut Johannes Müller vom Landesbetrieb Mobilität ist jedoch beabsichtigt, die Sache "noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen". Vor einigen Tagen beschäftigte sich der Bauausschuss des Kreises in einer nichtöffentlichen Sitzung mit der Thematik. Auskünfte über das Ergebnis der Beratungen waren bei der Kreisverwaltung jedoch nicht zu erhalten. Man behalte sich eine Stellungnahme vor, da erst am kommenden Montag der Kreisausschuss über das Vorgehen im Zusammenhang mit der K 120 entscheiden werde, wie Pressesprecher Thomas Müller erklärt.

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